Martin Kreklau

Als David Heckel, Zweiter Vorsitzender des ASV Sassanfahrt, erfährt, dass sein Verein als Ausrichter eines Relegationsspiels ausgewählt wurde, muss alles schnell gehen. Zehn Tage bleiben ihm, um die Veranstaltung mit Hunderten von Besuchern auf die Beine zu stellen. Bratwürste und Steaks müssen bestellt, der Platz in Schuss und das Sportheim in Ordnung gebracht werden. "Das Wichtigste ist aber, genug Personal zusammenzutrommeln", sagt Heckel. Am Spieltag selbst, erklärt er, sind zwischen 30 und 40 Mann im Einsatz. Doch schon vorher gibt es reichlich zu tun.
Das Spiel Pettstadt gegen Weichendorf in der Relegation zur Kreisliga Bamberg steht an, Heckel erwartet zwischen 500 und 800 Zuschauer - allerdings könnten auch weniger oder deutlich mehr kommen. "Dass man nicht weiß, mit wie vielen Gästen man rechnen muss, macht die Organisation schwierig." Heckel orientiert sich am Zuschauerschnitt der bisherigen Relegationsspiele - das sei ein guter Richtwert. "Wir haben 800 Paar Bratwürste, 300 Steaks und 1200 Brötchen bestellt und versuchen natürlich, so viel wie möglich davon zu verkaufen." Kommen zu wenig Zuschauer, bleibt der Verein auf den Resten sitzen. "Man kann es nicht vorhersehen. Es ist eine Lotterie", sagt Heckel.
Aufgerüstet wird in jedem Fall: Ein zweiter Getränkestand, eine zweite Grillhütte und eine zweite Kasse sollen dafür sorgen, dass die Kunden schneller bedient werden können. Zusätzlich bewegt sich während des Spiels eine mobile Verkaufseinheit - ein Bollerwagen mit Getränken - durch die Menge. "Das sind alles Einnahmen, die wir mitnehmen müssen", sagt Heckel. Schließlich muss sich der Aufwand für die Vereinskasse lohnen. Neben dem Gewinn aus der Gastronomie erhält der Gastgeber 15 Prozent der Eintrittsgelder als Platzmiete.


500 Euro Strafe für Pyrotechnik

Am Spieltag packen alle mit an: Fußballer, Tennisspieler, Kegler und andere Vereinsmitglieder. Außerdem müssen die zwei Teams auf dem Platz je zwei Ordner stellen. "Sicherheit spielt eine große Rolle", sagt Heckel. "Wenn etwa einer Pyrotechnik abbrennt, dann müssen wir 500 Euro Strafe an den BFV zahlen." Deshalb kontrollieren weitere Ordner am Eingang Rucksäcke und Taschen. Für die Sicherheit an der Straße und auf dem Parkplatz sorgt die Feuerwehr. "Wir haben ein gutes Verhältnis, die helfen immer mit. Mit zwei Kästen Bier und zwei Kästen Spezi wird man sich schnell einig."
Heckel hat schon öfter solche Veranstaltungen beim ASV organisiert. Trotz seiner Erfahrung wirkt er gestresst. "In den zehn Tagen bis zum Spiel brennt das Telefon. Eine Besprechung folgt auf die nächste. Und wenn man abends mal denkt, man hat seine Ruhe, dann fällt irgendjemandem wieder etwas ein, was noch nicht geregelt ist." Für Heckel ist wichtig, dass am Spieltag alles passt. "Wir präsentieren ja unseren Verein und unseren Platz. Wenn alles ordentlich ist, dann spricht sich das herum." Umgekehrt gilt dasselbe.
Am Spieltag ist Heckel, wie er sagt, "nur am Rennen". Die Stationen müssen immer besetzt sein, die Getränke und Würste dürfen nicht ausgehen. "Deshalb ist der Springer wichtig, er hält alles zusammen." Das Spiel genießen? Keine Chance. Erst wenn alles vorbei ist, kann Heckel einen Gang zurückschalten.