Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge —  Wenn man Kinder nach einem Heiligen fragt, dann fallen ihnen womöglich Jesus, Maria und der Nikolaus ein - und dann vermutlich St. Martin. Und das hat einen Grund, denn sein Festtag begegnet bereits den Kleinsten und die Botschaft vom Helfen und Teilen prägt sich nachhaltig ein.

Nicht umsonst ist St. Martin eines der bildhaftesten und sinnlichsten Feste, die das Kirchenjahr zu bieten hat. Der Großmut des Heiligen kommt bei Kindern an, die Szene, wie er den Mantel teilt, lässt sich kindgerecht darstellen und pädagogisch gut auf das heutige Leben übertragen.

Solche Ansätze sind wichtig, denn auch anhand von Bräuchen lernen Kinder, wie Gesellschaft funktioniert, was Zuwendung und Gemeinschaft bedeuten.

Aber solche Traditionen helfen nicht nur Kindern. Rituale geben Menschen in jeder Altersstufe Struktur und Orientierung. Unser Leben ist durch die Jahreszeiten, vor allem aber auch durch die Feste im kirchlichen Jahreskreis geprägt.

Aktuelle Botschaft

Obendrein ist gerade in schwierigen Zeiten, wie jetzt in der Corona-Krise, die Botschaft des Heiligen Martin aktuell. Die Pandemie hat Reiche noch reicher gemacht, viele andere Menschen aber in Armut und Existenznöte gestürzt. Martins Vorbild mahnt zu Gemeinsinn, Rücksichtnahme und Nächstenliebe. Das Teilen ist, wie Erzieherin Birgit Braun in Sand erklärt, allgemein ein großes Thema im Kindergarten. "Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, hilfsbereit zu sein und den Kindern ins Bewusstsein zu führen, dass viele Menschen Hunger leiden und es nicht allen so gut geht wie uns hierzulande." Ihr ist es ein Anliegen, die Mädchen und Buben dafür zu sensibilisieren, wie privilegiert sie aufwachsen und wo es auch in ihrem Umfeld Nöte gibt. "Kinder sind noch sehr offen für alles und in ihrer Wahrnehmung oft schon weiter, als wir denken", sagt Birgit Braun.