Politik für alle Bevölkerungsschichten machen, das sei das Anliegen des Kreisverbandes und der Kreisvereinigung Forchheim der Freien Wähler (FW). Vorsitzender Manfred Hümmer betonte diesen Grundsatz bei der Begrüßung zur Jahreshauptversammlung im Landgasthof Schrüfer, Pinzberg.
Auf Infrastrukturmaßnahmen, Schulen, Kindergärten oder auch dem Verkehr liege der besondere Fokus. "Populisten und Glücksrittern" erteilte er in seinem Geschäftsbericht eine klare Absage. Man wolle hier jetzt keine Weltpolitik machen. Vielmehr erarbeite man in seriöser Arbeit gute Gedanken, die direkt oder abgewandelt von den staatstragenden Parteien kopiert würden. Franz Schmidtlein dankte er unter viel Beifall als langjährigem Fraktionsvorsitzenden.
Hümmer berichtete von den verschiedenen Aktionen und dem Arbeitskreis Strategische Entwicklung. Im Kreistag sind die FW mit zwölf Mandatsträgern die zweitstärkste Fraktion hinter der CSU. Bis zu den Kommunalwahlen 2020 gelte es, noch "ein Feuerwerk zu zünden". Fundamentalopposition lehne man ab, vielmehr sei konstruktive Zusammenarbeit vom Wähler erwartet. Zum Landrat pflege man ein anständiges Verhältnis, auch wenn dort nach dem Wahlversprechen mehr geschehen könnte.
Es standen auch Neuwahlen an. Das Augenmerk der FW müsse, so der Redner, auf jüngere Nachrücker gerichtet werden. Im Landkreis Forchheim verzeichnen die Wähler eine ständig wachsende Zahl von Mitgliedern. Sie liegt momentan bei 330. Von der Mitgliederzahl hängen auch Delegiertenplätze ab. Der Jahresbeitrag liegt bei 80 Euro, wobei es für Studenten und sozial Schwache geringere Sätze gibt. In Oberfranken sei man unter Bezirksvorsitzendem Manfred Hümmer gut aufgestellt. Im Landkreis verfügen die FW über 19 Ortsverbände.
Ziel sei es, kurzfristig noch ein oder zwei Neugründungen zu schaffen. Wie bei allen Parteien und Vereinen stünden die Freien Wähler vor der Herausforderung, die Menschen zu erreichen. Dazu sei der Aufbruch zu neuen Wegen wichtig, mit neuen Kommunikationskanälen. Die Einrichtung eines Ideenpools in der Geschäftsstelle soll dabei unterstützen. Die attraktive, einheitliche Gestaltung im Internet, Hilfe bietet die Geschäftsstelle an, sei wichtige Aufgabe eines jeden Ortsverbandes. Schatzmeister Rudolf Braun, Weisenohe, konnte über geordnete finanzielle Verhältnisse berichten. Dies sei in Anbetracht der kommenden Wahlen auch wichtig. Kassenprüfer Fritz Wittmann, Hilpoltstein, bestätigte die Korrektheit.


Große Einmütigkeit

Die turnusmäßig anstehenden Neuwahlen der Kreisvorstandschaft leitete Werner Wolf (Gräfenberg) zusammen mit Renate Krause (Gräfenberg) und Elisabeth Hümmer (Forchheim). Sie erfolgte nach dem Willen der Teilnehmer per Akklamation und in großer Einmütigkeit. Manfred Hümmer wurde als Vorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter sind Karl Germeroth (Neunkirchen) und Mathias Kern (Langensendelbach). Schatzmeister bleibt Rudolf Braun, Kassenprüfer Fritz Wittmann (Hiltpoltstein) und Ewald Saam (Hausen), Schriftführer Karl-Heinz Wirth (Effeltrich). Zu Beisitzern wurden gewählt Renate Krause (Gräfenberg), Theobald Messingschlager (Schlaifhausen), Rainer Polster (Gößweinstein), Franz Schmidtlein (Hetzles), Peter Münch (Heroldsbach), Dr. Stefan Dobler (Neunkirchen), Hanngörg Zimmermann (Gößweinstein).
Zum erweiterten Vorstand zählen: Altlandrat Reinhardt Glauber, MdL Thorsten Glauber, Elisabeth Simmerlein (Junge FW Ofr). Britta Kaiser musste aus beruflichen Gründen als Geschäftsführerin ausscheiden. Ihre Aufgabe übernimmt künftig Elisabeth Hümmer. Die Geschäftsstelle wird in ihr Büro nach Kersbach verlegt. Franz Schmidtlein gratulierte dem Vorstand zur Wiederwahl.
Auf die Arbeit und Projekte im Landratsamt Bezug nehmend, verglich es Schmidtlein mit einem mittelständischen Unternehmen, das zu führen gelernt sein will. Es gebe eine gegenseitige Wertschätzung mit Landrat Hermann Ulm, der die konstruktive Arbeit der FW anerkenne. Diese hätten die große Erfahrung und wollten noch mehr gehört werden. Gleichzeitig bedauerte er, dass der Wissensträger Reinhardt Glauber nach den Wahlen 2018 im Bezirk nicht mehr zur Verfügung stehe. Reinhardt Glauber zog kurze Bilanz seiner 18-jährigen Zugehörigkeit und verwies auf die wesentlichen Projekte in Oberfranken. Bewegung fordere er von der Staatsregierung, was die Kosten für Asylbewerber angeht, damit nicht über die Bezirksumlage wieder Belastungen bei den Kommunen landeten. Manfred Hümmer empfiehlt er schon jetzt als seinen Nachfolger.
Am 17. Februar um 19 Uhr erfolgt die Nominierungsversammlung des Wahlkreises 236 für den Bundestag (Bamberg Stadt/Bamberg Land-Forchheim West) im Hotel Göller, Hirschaid. Die Freien Wähler wollen mit Daniela Saiko aus Litzendorf antreten. Die 42-jährige Polizistin nutzte die Kreisversammlung, sich kurz vorzustellen.
Mit Lebenserfahrung, Wissen und gesundem Menschenverstand wolle sie etwas bewegen. Hümmer betonte die Wichtigkeit der Alternative der politischen Mitte. Im dritten Anlauf solle es für die FW klappen. Allen Mandatsträgern dankte er für ihre freundschaftliche Unterstützung.
Franz Galster