Es dürfen keine Feuerwerkskörper verkauft werden. In Bayern gilt ohnehin eine Ausgangssperre. Zusätzlich haben Stadt und Landkreis Allgemeinverfügungen erlassen, wonach Feuerwerk im öffentlichen Raum in bestimmten Bereichen nicht abgebrannt werden darf. Es ist sogar verboten, in diesen Bereichen Feuerwerkskörper dabei zu haben.

"Erlaubt ist nur noch, wenn man altes Feuerwerk zu Hause hat, das man dann auf seinem Grundstück abfeuert", sagt Ehrenfried Kaiser. Oder vom Balkon der Mietwohnung. Doch das, appelliert er, solle möglichst auch nicht geschehen. Denn Anlass für das Feuerwerksverbot sei ja auch, dass die Notaufnahmen der Krankenhäuser sich am Jahreswechsel nicht auch noch um verletzte Hobby-Feuerwerker kümmern müssen.

In den vergangenen Jahren machten sich die Silvesterfeiern in der Statistik der Notaufnahme deutlich bemerkbar. Bis zu 50 Prozent mehr im Klinikum Lichtenfels, 20 Prozent mehr als sonst in der Notaufnahme des Klinikums Coburg, sagt eine Sprecherin von Regiomed. Allein in Coburg würden jährlich 30 000 Patienten in der Notaufnahme behandelt, das seien im Schnitt 82 pro Tag. Freilich: Am überwiegenden Teil der Silvester-Notfälle ist Alkohol schuld, weniger die Feuerwerkskörper.

Trotzdem: "Man soll es lassen", sagt Kaiser schlicht. "Ein Jahr mal." Ähnlich sagt es Valeska Döhler vom Ordnungsamt Rödental: "Man soll die Sicherheit im Auge behalten, also nicht dort böllern, wo Gefahr für andere besteht. Wir appellieren an die Vernunft der Bürger."

Für die Silvesternacht greifen Regelungen von Bund, Freistaat Bayern und Kreisbehörden. Der Bund hat zum Beispiel den Verkauf von Feuerwerkskörpern der Klasse II verboten - das sind die, die sonst nur vom 29. bis 31. Dezember frei an Erwachsene verkauft werden dürfen.

Der Freistaat Bayern hat verfügt, dass nachts alle zu Hause bleiben müssen beziehungsweise nach 21 Uhr niemand mehr die Wohnung verlassen darf, in der er oder sie sich gerade aufhält. Denn kleine Zusammenkünfte mit bis zu fünf Personen bleiben ja erlaubt. Raus darf man nachts nur aus triftigem Grund. Silvesterböllern oder den Nachbarn ein gesundes neues Jahr zu wünschen gehört aber nicht dazu, betont Ehrenfried Kaiser. Außer - wiederum - man verlässt das eigene Grundstück nicht. Mit den Nachbarn über den Gartenzaun hinweg anstoßen sei erlaubt, sich auf der Straße oder dem Bürgersteig zu treffen hingegen nicht.

Der Freistaat hat auch Feuerwerk auf öffentlichen Straßen und Plätzen verboten, wo viele Menschen zusammenkommen. Welche Straßen und Plätze das sind, müssen die Kreisverwaltungsbehörden bestimmen, in diesem Fall Stadt und Landkreis Coburg.

Die Städte und Gemeinden im Landkreis hatten hier ein Mitspracherecht, sagt Detlef Heerlein vom Ordnungsamt Neustadt.