Marco Meissner

Wer von Weißenbrunn nach Kulmbach radeln will, der muss entweder die viel befahrene Bundesstraße 85 in Angriff nehmen oder über die Dörfer und Weiler tingeln. Im Radwegenetz klafft dort nämlich ein Loch. Doch das soll in absehbarer Zeit gestopft werden.
Vor drei, vier Jahren habe man sich schon einmal mit dem Versuch befasst, eine durchgehende Anbindung an Kulmbach herzustellen, erinnert sich Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) bei einem Pressegespräch im Weißenbrunner Rathaus. Damals sei man jedoch zu keinem Ergebnis gekommen. Nun habe es geklappt. "Eine Landkreis übergreifende Lösung" kündigt Herrmann an. Ausschlaggebend dafür sei besonders auch der Einsatz von MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) gewesen.


Weitere Projekte im Landkreis

Der Abgeordnete freut sich, dass das Vorhaben auf den Weg gebracht wurde. Er weist dabei auf das neue Radwege-Programm des Freistaates (siehe Infokasten) hin, in dem auch der Frankenwald berücksichtigt wird. So seien neben Weißenbrunn - Kulmbach auch die Strecken Rothenkirchen - Förtschendorf und Förtschendorf - Waldeslust aufgenommen worden. "Es ist wichtig, dass man sich auf den Weg macht - und im Landkreis Kronach ist das erkannt worden", betont Baumgärtner.
Wie die Führung des Radweges ab Weißenbrunn bis zur Landkreisgrenze genau aussehen könnte, zeigt Jürgen Woll auf. Der Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamtes Bamberg geht auf diverse Schwierigkeiten bei der Planung ein. Topografisch sowie hinsichtlich der Grundstücksverhandlungen und eines für alle Verkehrsteilnehmer sicheren Anschlusses ans Straßennetz in Weißenbrunn sei der neue Radweg nicht einfach zu bauen. Insgesamt sieben Varianten wurden deshalb ins Kalkül gezogen. Letztlich hat sich eine Führung des Weges links der B 85 (in Fahrtrichtung Kulmbach) als die vielversprechendste herauskristallisiert. Zwischen 700 000 und 1,2 Millionen Euro soll der zwei Kilometer lange, asphaltierte und 2,50 Meter breite Radweg am Ende kosten. Auf der anderen Straßenseite wäre mit Kosten von 1,7 bis 2,4 Millionen Euro zu kalkulieren.
Bei der Planung haben sich die Kronacher Straßenbauer auch mit ihren Kollegen aus Bayreuth abgesprochen, die den Lückenschluss aus Kulmbacher Richtung herbeiführen wollen. Wie Woll erklärt, werden so der Rodachtalweg und der Freizeitweg "Burgenstraße" ergänzt.
Der Zeitpunkt für den Beginn des Wegebaus hängt noch von verschiedenen Faktoren ab und kann daher noch nicht genannt werden. Das Ausbauprogramm des Freistaates läuft allerdings bis 2019.