Die öffentliche Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt Lichtenfels fand coronabedingt erneut in der Stadthalle statt. Als ersten wichtigen Punkt stellte Siegbert Koch (Grüne) den Antrag seiner Stadtratsfraktion zur Umstellung des Beschaffungswesens auf umweltfreundliche Produkte vor. Der verweist darauf, dass ein umweltfreundliches Beschaffungswesen ein wichtiges Instrument des produktbezogenen Umweltschutzes sei. Umweltfreundliche Produkte würden das Klima und die Ressourcen schonen. Die Kommune könne bei der Umsetzung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster eine Vorbildfunktion übernehmen.

Weg ist bereits eingeschlagen

Bürgermeister Andreas Hügerich stellte klar, dass der Antrag der Vision 2030 entspreche und somit in vielen Bereichen bereits vollzogen werde. Diesen Weg wolle man auch weitergehen. Die Verwaltung werde zukünftig vermehrt auf Nachhaltigkeit und auf umweltfreundliche Produkte bei der Beschaffung achten. Bei der anschließenden Diskussion bat Christian Barth (JB) darum, den Umstieg auf eine papierlose Stadtratsarbeit zu erleichtern. Dietmar Heinkelmann ( SPD ) kam der jährliche Papierverbrauch, der auf umweltfreundliches Kopierpapier umgestellt werden soll, von rund einer Million Seiten als sehr hoch vor.

Frank Rubner ( CSU ) machte den Vorschlag, die Maßnahmen, die im Rahmen dieses Antrages umgesetzt werden, bei der Vorstellung des Klimaprojektfonds mit aufzunehmen. Robert Gack ( CSU ) stellte klar, dass man nicht nur auf Umweltfreundlichkeit schauen darf, sondern dass man auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben müsse.

Der anschließende Beschluss erhielt ein einstimmiges Votum: Der Einkauf von umweltfreundlichen Produkten wird grundsätzlich befürwortet. Die Verwaltung wird beauftragt, künftig noch mehr darauf zu achten, nur Produkte zu beschaffen, die bei der Herstellung und dem Gebrauch Umweltvorteile gegenüber anderen Waren haben – beispielsweise sparsam im Verbrauch von Energie, Wasser und Material sind oder weniger Abfall produzieren. Dabei sind auch die Folgekosten und Entsorgungskosten zu berücksichtigen.

Neues Müllsammelfahrzeug

Beim nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Beschaffung eines Müllsammelfahrzeuges mit Elektroantrieb. Der Bürgermeister stellte hierzu fest, dass in diesem Jahr ein zweites Müllsammelfahrzeug angeschafft werden muss, da in den vergangenen Jahren immer mehr öffentliche Mülleimer aufgestellt wurden und diese auch öfters geleert werden sollen. Um der Vision 2030 gerecht zu werden, sei aus Sicht der Stadtverwaltung der Kauf eines mit Ökostrom betriebenen Elektrofahrzeuges anzustreben. Die Kosten für ein solches Fahrzeug betragen allerdings etwa 65 000 Euro. Die für ein Benzinfahrzeug lägen bei etwa 20 000 Euro.

Reicht die Energie?

Johannes Oppel (WLJ) gab zu bedenken, ob es nicht besser wäre, ein Fahrzeug zu leasen, da bei einem Fahrzeug durchaus ein wirtschaftlicher Totalschaden vorkommen könne. Weiter wollte er wissen, ob schon Erfahrungswerte von anderen Kommunen hinsichtlich der Kapazität eines solchen Elektrofahrzeuges vorlägen und ob diese für einen kompletten Tag ausreicht. In dem Punkt konnte ihn Stadtbaumeister Gerhard Pülz beruhigen: Da das Fahrzeug nur im Stadtgebiet eingesetzt werde, komme man mit der Reichweite auf alle Fälle aus.

Die Ausschussmitglieder beauftragten einstimmig Angebote für ein Elektrofahrzeug einzuholen.

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt stimmte der Bauausschuss der Digitalisierung des Straßenbestandsverzeichnisses einstimmig zu.