Eine weitere interessante Idee der Verwaltung war das „Grüne Dach“: Man könnte mit Hilfe von Rankseilen an Häusern Pflanzen hochziehen, zum Beispiel den schnell wachsenden Hopfen. Dadurch könne im Lauf der Zeit ein grünes Dach entstehen. Dies müsste natürlich mit den Hauseigentümern abgestimmt werden.
Mobile Lösung für Buswartehaus
Als weiteres mögliches Projekt kann sich Pülz einen Wettbewerb zur Gestaltung eines begrünten Buswartehauses mit Kiosk am Marktplatz vorstellen. Gegebenenfalls wäre auch eine mobile Lösung denkbar, damit das Wartehaus für Veranstaltungen auf dem Marktplatz leicht abgebaut werden könnte. Interessant wäre auch ein mobiler Spielplatz mit Abrollcontainerplatten auf dem Marktplatz . Alle Räte waren von dem Begrünungskonzept beeindruckt und stimmten dem Beschlussvorschlag einstimmig zu.
„Den heißen Sommern der letzten Jahre kann man nur mit Grün begegnen“, begründete Mathias Söllner seine Zustimmung. Uwe Held sprach sich nicht nur für die vorgeschlagenen mobilen Systeme aus, sondern wünschte sich wegen der vielen Fahrradtouristen für die Sommermonate mobile Fahrradständer. Zudem passt ihm die Rinne am Marktplatz nicht. Andrea Dinkel sprach die vorgesehene Neugestaltung und Optimierung der Parkplätze im Bereich vom Oberen Tor bis zum Floriansbrunnen an, die durch das Anbringen der Baumschutzringe an den Bäumen und durch die Schaffung einer E-Ladesäule notwendig wird. In diesem Zusammenhang sollen auch Parkplätze für Motorräder entstehen.
Unter den vielen Tagesordnungspunkten war auch die gestalterische Aufwertung der Einmündung Viktor-von-Scheffel-Straße in die Untere Burgbergstraße ein Thema, das der Stadtbaumeister vorstellte.
Entsprechend dem Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses vom Oktober vergangenen Jahres, in dem eine erste Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Grünfläche und der Realisierung eines Flechtknotens vorgestellt wurde, habe das Bauamt die Überlegungen weitergeführt und eine Entwurfsplanung mit Kostenberechnung erstellt. Dabei sei ein ganz tolles Projekt herausgekommen, „das wir auch gerne so umsetzen möchten“, stellte Pülz fest.
Der ursprüngliche Plan mit drei Flechtkugeln, der aus einem Ideenwettbewerb hervorging, musste verworfen werden, da sich diese Skulptur als zu klein erwiesen hatte. Nun soll ein imposanter Flechtknoten mit einem Durchmesser von vier Metern kommen. Er besteht aus einem Grundgerüst aus Metallrohren und ist aus Transportgründen in acht Teile zerlegbar. Die Einzelteile werden aus Kunstweide in einem hellen und einem braunen Farbton beflochten. Zur besseren Standfestigkeit wird der Flechtknoten auf einem etwa einen Meter hohen Betonfundament befestigt, das in einen Bruchsteinhaufen eingebettet wird.
Um die Flechtkugel herum soll eine Grünfläche mit einer speziellen Staudenmischung entstehen, die pflegeleicht ist und das ganze Jahr über blüht. Der Flechtknoten wird mit LED-Beleuchtung – die mit Solar-Technik betrieben wird – bei Veranstaltungen beleuchtet.
Hoher Förderanteil
Die Kosten für das Projekt belaufen sich ohne Berücksichtigung der Eigenleistungen auf 40 000 Euro. Dabei schlägt das Metallgestell mit 20 000 Euro, das Beflechten der einzelnen Teile mit 16 000 Euro, die Beleuchtung mit 2500 Euro und die Bepflanzung mit 1500 Euro zu Buche. Die Maßnahme wird größtenteils über die Städtebauförderung – Sonderfonds Innenstädte beleben – gefördert. Im Herbst soll das Projekt dann umgesetzt werden, damit schon im nächsten Jahr alles blühen kann.
Da der Flechtknoten auf der bildlichen Darstellung eine rot-weiße Färbung hat, fragte Andrea Starker nach dem Grund der Farbgebung. Der Stadtbaumeister stellte klar, dass das Flechtwerk aus Kunststoff durch die Farben dunkelbraun und hellbraun die natürlichen Flechtmaterialien Naturweide und geschälte Weide symbolisieren soll.
Der Beschlussvorschlag zur Umsetzung des Projekts unter Nutzung möglicher Fördermittel erhielt ein einstimmiges Votum der Räte.