Mit Futter und Ausstattung unterstützt die Tierhilfe nah & fern e.V. Tierhalter in Not. Ausgabestellen gibt es derzeit in Lichtenfels und Kronach, bald soll es eine mobile Tiertafel geben. Doch dafür benötigen Dieter Erler und sein Team Spenden .

Peter ist 62, vor kurzem hat er durch die Pandemie seinen Job in der Spülküche eines Restaurants verloren. Wenn er nach Hause kommt, sind da Einsamkeit, Niedergeschlagenheit und Frustration.

Und Charlie. Nur Charlie. Er gibt ihm Halt. Doch wie soll er das Futter für seinen Hund bezahlen?

Acht Ehrenamtliche

Damit Menschen wie Peter sich gut um ihr Haustier kümmern können und es nicht abgeben müssen, hat der junge Verein Tierhilfe nah & fern die Tiertafel ins Leben gerufen. Die derzeit acht Mitglieder sind ehrenamtlich im Einsatz. Sie nehmen Spenden wie Tierfutter, Decken oder Kleidung entgegen, sortieren die Waren und bringen sie zu den Ausgabestellen. Eine davon ist die Tafel Lichtenfels plus.

„Ich freue mich sehr, dass es so ein Projekt gibt. Für viele Kundinnen und Kunden ist das Haustier die einzige Bezugsperson“, sagt die Leiterin Joanna Blößl, deren Team die Waren kostengünstig aushändigt.

Eine andere Anlaufstelle für Menschen, die aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht mehr in der Lage sind, ihre Haustiere ausreichend zu versorgen, bildet der Sozialladen „Lädla“ in Kronach. In beiden Fällen wissen die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, dass aufgrund der finanziellen Situation der Menschen eine Berechtigung für den Einkauf in den beiden Stellen existiert.

In anderen Fällen müssen diese einen Förderantrag beim Verein stellen und können – nach Genehmigung – einmal im Monat ergänzend Futter für ihren Schützling am Lager der Tierhilfe nah & fern in der Burgkunstadter Straße in Horb abholen. In besonderen Fällen sind beispielsweise auch Zuschüsse zu Tierarztkosten bei Tieroperationen oder Ähnlichem möglich.

„Alle Empfänger der Spenden werden von uns persönlich besucht, um uns ein Bild über die jeweilige Situation zu machen und auch zu gewährleisten, dass die Spenden für das Wohl der Tiere verwendet werden. Selbstverständlich gehen wir mit den persönlichen Geschichten der Menschen vertraulich um“, bestätigt Dieter Erler . „Zu vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern haben wir ein gutes Verhältnis. Auch echte Freundschaften sind dadurch entstanden.“

Voraussetzung für eine Förderung ist zudem, dass das Tier bereits vor Eintritt der Hilfebedürftigkeit im Haushalt lebte. Pro Haushalt werden maximal zwei bis vier Tiere unterstützt – hauptsächlich sind dies Hunde , Katzen und Nagetiere. „Viele Tiere sind zu Familienmitgliedern geworden. Und wenn es den Menschen sowieso schon nicht gut geht, dann sollen sie diese nicht auch noch leiden sehen oder gar verlieren müssen.“

Mehr Pflegestellen nötig

Doch auch andere Probleme beschäftigen Dieter Erler , der hauptberuflich in einem Sägewerk in Kronach arbeitet, und seine Lebensgefährtin: beispielsweise der steigende Bedarf an Pflegestellen, überwiegend für Hunde , die etwa aus unwürdigen Lebensverhältnissen aus dem Ausland gerettet wurden und nun auf ein Zuhause warten. Oder die freie Vermehrung zahlreicher Hauskatzen in der Region und darüber hinaus. „Eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen wäre an der Zeit. Nur so können alle Tiere gut leben.“

Diese Aufgabe unterstützt der Verein dagegen schon aktiv in Rumänien. Durch private Kontakte hat Dieter Erler das Tierheim „Leben für Engel“ in Targoviste kennengelernt. Diese organisiert eine groß angelegte Kastrationsaktion für die dortigen Straßentiere und Streuner. „Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wir leisten unseren Beitrag.“

Dieter Erler leistet sogar noch mehr: Seit zwei Jahren lebt die Hündin „Liese“ bei ihm, ein „Angsthund“ aus dieser Region, der heute sichtbar sein Herz an seinen Besitzer verloren hat.

Der Verein sieht auch den steigenden Bedarf an Unterstützung für Tierhalter in den Dörfern des Frankenwaldes, die nicht mobil sind, und möchte daher einen Kleinbus für eine „Mobile Tiertafel“ anschaffen. Derzeit liefert er das benötigte Futter und andere Gegenstände zur Tierhaltung mit seinem privaten Pkw aus. In der vergangenen Woche waren das rund 80 Kilogramm, die transportiert worden sind.

Tierschutz-Hallenflohmärkte, wie sie wieder am 7. und 8. Mai am Standort Horb stattfinden werden, sollen Spenden einbringen. Diese werden zu hundert Prozent an den Verein übergeben. Doch auch zu jeder anderen Gelegenheit und im Alltag sind Mitgliedschaften, Geld- oder Sachspenden willkommen. „Unser Herz schlägt für die Tiere und Menschen, die stets ihr Bestes geben, um das Tierleid um uns herum zu verringern. Für unsere Projekte benötigen wir Unterstützung und sind für jede Hilfe dankbar“, sagt der engagierte Helfer.