Eckehard Kiesewetter Ebern — Ebern zeigt Flagge als "Stadt für das Leben - gegen die Todesstrafe". Dazu findet am Freitag, 30. November, von 18 bis 21 Uhr in der Altstadt ein Aktionstag mit Lichtinstallation, Musik und Begegnung statt. Im Bereich zwischen Stadtpfarrkirche und Grauturm wird die Stadt an diesem Tag leuchten, wie tausende von Orten quer über den Erdball. Angeblich sind über 2500 Städte in mehr als 80 Ländern beteiligt.

Den Aktionstag "Städte gegen die Todesstrafe" hat die Gemeinschaft Sant' Egidio initiiert, eine christliche Laienbewegung, die sich seit 50 Jahren für den Frieden einsetzt, für eine bessere und menschlichere Welt ohne Gewalt und Krieg, ohne Armut und Ungerechtigkeit. Die Gemeinschaft wurde 1968 in Rom gegründet und ist heute weltweit aktiv.

Laut Auskunft der Veranstalter Stadt und Volkshochschule Ebern und Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt engagieren sich inzwischen mehr als 70 000 Mitglieder in 74 Ländern. Das Datum für den Aktionstag ist historisch: Das Großherzogtum Toskana hatte am 30. November 1786 als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärt. Mehr als 100 Staaten sind diesem Vorbild seither gefolgt. Doch noch heute, 232 Jahre später, wird in vielen Ländern der Erde im Auftrag des Staates gefoltert und getötet. 58 Staaten haben die Todesstrafe noch immer nicht abgeschafft.

Die Stadt Ebern, in der Mahnmale am Marktplatz und am ehemaligen Gefängnis an Hinrichtungen im Mittelalter und unter dem NS-Regime erinnern, beteiligt sich erstmals an dieser Kampagne. Laut Bürgermeister Jürgen Hennemann geht es darum, ein "deutliches Zeichen zu setzen, für den Schutz der Menschrechte und des

Lebens". Die Bürger sollen in Ebern, wie an allen anderen beteiligten Orten, für das Thema Gerechtigkeit und Frieden sensibilisiert werden. Ihnen soll ein Licht aufgehen.

Dazu wird der Lichtkünstler Norbert E. Wirner, der zuletzt bei der "Winterszeit" in Schloss Eyrichshof eine aufsehenerregende Lichtinstallation präsentiert hatte, Lichtzeichen von der Stadtpfarrkirche bis zum Grauturm setzen. In St. Laurentius erklingen "Lieder aus aller Welt", die für Menschlichkeit werben. Neben dem evangelischen Posaunenchor und Organist Wolfgang Schneider sind die Gruppen "Mütze & Schal", "Januela" und "Unterwegs" zu hören. Der Weltladen bietet während der dreistündigen Veranstaltung eine Verkostung fairer Waren, Informationen zur Kampagne und die Gelegenheit zu Gespräch und Begegnung.