Seine Werke und sein Andenken sollen nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb eröffnete am vergangenen Samstag eine Sonderausstellung im Heimatmuseum Ebermannstadt mit den Werken von Wendelin Kusche. "Viele seiner Arbeiten sind an den Wänden öffentlicher und privater Gebäude hier in der Region. Da gehen wir meistens achtlos daran vorbei. Und viele andere sind in privatem Besitz und daher kaum sichtbar", meinte Gabriele Thiem, ehrenamtliches Mitglied des Museumsbeirats.

Weiter berichtete sie, dass der Beirat und Museumsdirektor Manfred Franze jedes Jahr überlegen, welche Ausstellung es im nächsten Jahr geben soll. "Da fiel mir ein, dass das Gymnasium Fränkische Schweiz in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert. Wendelin Kusche war damals der erste Zeichen- und Werklehrer", erklärte Gabriele Thiem. Und so machte sie sich auf, um herauszufinden, wie sie an Bilder des Künstlers kommen konnte. Zuerst veröffentlichte sie eine "Suchmeldung" im Mitteilungsblatt. "Da melden sich bis heute noch Besitzer", erzählte Gabriele Thiem lachend. Sie vereinbarte Termine mit den Besitzern, machte Fotos von den Werken und sammelte Informationen: "Nicht jedes Werk ist für eine Ausstellung geeignet."

Über den Kirchehrenbacher Künstler Erich Müller kam sie an die Adresse der Ehefrau, Sonja Gabriel-Kusche. Sie erfuhr, dass die Unibibliothek Erlangen viele Aquarelle und auch Tagebücher von Kusche besitzt. Und sie bekam heraus, dass der ehemalige Verleger Bruno Schnell Werke in seinem Besitz hatte. Nach dem Sammeln und Sortieren der Informationen war ihr klar, dass im ersten Raum Werke von Besitzern aus Ebermannstadt und der Umgebung ausgestellt werden sollten. Und im zweiten Raum die Leihgaben der Ehefrau, der Unibibliothek und der Familie Schnell. Gabriele Thiem erfuhr bei ihren Recherchen viel über den Künstler, der unermüdlich gemalt und viele Länder bereist hat. Kusche war 1926 in Schlesien geboren und 2003 in Italien verstorben.

Für die Besucher haben sich die Aussteller etwas Besonderes ausgedacht, denn es werden auch Porträtbilder ausgestellt. Hier können die Gäste raten, welcher Ebermannstädter abgebildet ist. Gleich eine erste Auflösung: "Ich war immer fest davon überzeugt, dass mein Papa wie James Dean ausgesehen hat", verriet Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) und zeigte auf das Porträt ihres Vaters Christian Rösch. Weiter erzählte sie, dass ihr Papa dem Künstler geholfen hatte ein Mosaik auszulegen: "Damals war das Geld knapp. Deshalb bekam er kein Geld, sondern ein Porträt."

Auch Fotos mit Werken von der Spinnerei, aus der Kapelle Lilling oder der Grund- und Mittelschule sind zu sehen. Werke, die in unterschiedlichen Techniken erstellt wurden und verschiedenste Motive zeigen. Ein Ölbild stammt aus dem Büro des Landrats und zeigt das Motiv "Von Streitberg ins Wiesenttal". Manfred Franze bedauerte nur, dass die Vernissage nur mit wenigen geladenen Gästen erfolgen konnte. Doch für alle Interessierten ist die Ausstellung bis zum 28. Oktober im Heimatmuseum Ebermannstadt zu sehen.