Dar es Salaam, vom arabischen "Bandr-ul-Salaam", was so viel wie "Hafen des Friedens" bedeutet, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vom Sultan von Sansibar, Majid bin Said, an der Stelle eines kleinen Fischerdorfs (Mzizima) entlang der internationalen Handelsroute am Indischen Ozean gegründet. Heute gehört die ostafrikanische Metropole mit einer Bevölkerung von 7,4 Millionen Menschen (2022) zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt.
Stadt der Gegensätze
Und das nicht ohne sichtbare Folgen - eklatant sind die gewaltigen Gegensätze in der ehemaligen Hauptstadt und dem heute immer noch wirtschaftlichem Zentrum Tansanias. Neben westlichen Wolkenkratzern der Hafenverwaltung und Bürotürmen lokaler Banken, deren riesige Glasfronten im Sonnenlicht glitzern, ist die Metropole am indischen Ozean auch gleichzeitig von ärmsten Vierteln geprägt, welche überwiegend ohne Genehmigung informell errichtet wurden. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen wohnen rund 70 bis 80 Prozent der Stadtbevölkerung in den sogenannten "informal settlements", meist ohne fließendes Wasser oder sonstige Basiseinrichtungen. Beim Eintauchen in diese Viertel wird mir auf tiefe Weise bewusst, in welchem Luxus wir Deutschen eigentlich leben: Trinkwasser ist jederzeit fast überall verfügbar, wir leben in sauberen Häusern und können unseren Müll entsorgen. All das ist in diesen Viertel nicht der Fall: Die ärmlichen Hütten, meistens mit Lehmböden, besitzen keinen Wasseranschluss, ein kleiner Bach gefüllt mit jeglicher Art von Müll und brauner Abwasserbrühe schlängelt sich durch die Siedlung, während der weitere Weg durch ein loderndes Müllfeuer versperrt wird - auch das ist Dar es Salaam.
Eine Stadt, die es wirklich in sich hat - noch nie zuvor habe ich das Leben so pulsieren sehen, wie in dieser ostafrikanischen Metropole. Wie beispielweise in dem zu den größten Märkten Ostafrikas gehörendem Viertel Kariakoo: in den engen, geschäftigen Gassen kann man wirklich alles kaufen, was das Handeln wert ist und so reicht das riesige Angebot von tropischen Früchten, über traditionelles tansanisches Handwerk und Kleidung bis zu Möbeln und Einrichtungen. Aus jeder Ecke dröhnen die Angebote aus den Lautsprechern, oder besser gesagt aus total übersteuerten Billig-Megaphonen. Ein unglaubliches Gewusel, das hier herrscht. Würde man hier verloren gehen, sind die überaus aufmerksamen und freundlichen Tansanier immer bereit, zu helfen. So habe ich nur kurz suchend in eine Richtung geschaut, gleich wurde ich mit wilden Handzeichen Einheimischer auf meine deutschen Freunde am Nachbarstand aufmerksam gemacht - sehr beeindruckend!
Fremd und Freund
Generell sind wir als europäische Gruppe von elf Freiwilligen natürlich schon aufgefallen. Denn Dar es Salaam ist bei Touristen als heiße, laute und staubige Metropole nicht ganz so beliebt wie das restliche Festland und vor allem die Urlaubsinsel Sansibar, so dass Europäer hier nicht ganz so häufig anzutreffen sind und so schlossen sich jeden Tag mehrere Einheimische voller Neugier unserer Gruppe an, was natürlich genial war!
Fasziniert von der Lebensfreude, Offenheit, dem Trubel, der Energie und Dynamik, die das Leben hier prägen, habe ich mich schon jetzt in die Stadt und die tansanische Kultur verliebt. Zu sehen, wie das Leben hier ganz anders ist als in Deutschland, beeindruckt sehr, gespannt auf alles Neue, was mich nun auf Sansibar erwartet."