Max Wilds Kunstzyklus des Lebens auf der Plassenburg

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Die Bullen von Altamira – eines der Werke von Max Wild.Wolfgang Schoberth
Die Bullen von Altamira – eines der Werke von Max Wild.Wolfgang Schoberth

Mit sich sträubenden Nackenhaaren bespringt ein mächtiger Stier ein Weibchen. Daneben ein weiterer Bisonbulle, der vor Kraft strotzt. Das Ergebnis der Fruchtbarkeit, die Herdenbildung, zeigt sich rechts daneben mit Bisonkälbchen und Jungtieren. Noch weiter rechts im Bild der Tod: Ein Stier liegt flach auf der Erde; er wird mit ihr verwachsen und neues Leben bilden.

Werden und Sterben, der Zyklus des Lebens: Die Zeichnungen an der Foyerwand des Max-Rubner-Instituts (E.-C.-Baumann-Straße), der ehemaligen Bundesanstalt für Fleischforschung, sind den berühmten neolithischen Höhlenzeichnungen von Altamira in Nordspanien nachgestaltet. 1975 hat Max Wild mit seinen Entwürfen eine Ausschreibung gegen bundesweite Konkurrenz gewonnen. Sie sind in der aktuellen Sonderausstellung auf der Plassenburg zu sehen.

Die Kunstschau aus Anlass der Schenkung seines Nachlasses an das dortige Landschaftsmuseum Obermain beleuchtet in 60 Exponaten die Vielseitigkeit Max Wilds (1911–2000), dem Kulmbach nach dem Krieg zur Heimat wurde. Als Handwerkerkünstler hat er zusammen mit Caspar Walter Rauh und Hans Lewerenz die Kunstszene über Jahrzehnte geprägt. Bis heute ist er im öffentlichen Raum Kulmbachs durch Glasmosaike, Fresken und Holzintarsien gegenwärtig. Wer erleben möchte, wie er das Trauma von Krieg, Vertreibung und eigener Versehrung künstlerisch bewältigte, sollte sich die Kunstschau keinesfalls entgehen lassen.