Hilfe Einen ungewöhnlichen Vatertag verbrachte der Untersteinacher Unternehmer Mario Röttgen. Denn er ist gemeinsam mit Olav Kollin von Kollinmedien auf dem Weg in die Ukraine – mit einem leuchtend gelben Krankenwagen.
Mario Röttgen hat seine Omnibusfirma zu einem europaweit erfolgreichen Unternehmen ausgebaut. Doch Mario Röttgen ist nicht nur der erfolgreiche Geschäftsmann, er ist auch ein sehr emotionaler Mensch.
Manchmal sogar einer mit einem äußerst weichen Kern. Vor allem dann, wenn es um Kinder geht. Zum Vatertag hatte sich Mario Röttgen etwas in den Kopf gesetzt. Er möchte nicht seinen eigenen Kindern etwas schenken, sondern er möchte Menschen in der Ukraine helfen. Es geht ihm um Hilfe für Kinder in der Ukraine, die durch den langanhaltenden Krieg verletzt sind und die behandelt werden müssen. „Ich habe einen Krankenwagen gekauft und den fahre ich jetzt selbst in die Ukraine“, sagt Röttgen.
Wochenende im Dienst der guten Sache
Röttgen führt dieses Unterfangen nicht allein durch, sondern Olav Kollin von Kollinmedien ist ebenfalls mit von der Partie. Einer unternimmt die Fahrt in die Ukraine mit einem Sprinter, der andere fährt mit dem leuchtend gelben Mercedes-Krankenwagen hinterher. Mit 200.000 Kilometern auf dem Tacho ist der Krankenwagen gut in Schuss.
Das Fahrzeug ist generalüberholt. „Wir hatten ihn in unserer Werkstatt, dann haben wir ihn noch mal zum Check zu Mercedes. Denn alles soll in Ordnung sein“, sagt Mario Röttgen und öffnet die Türen.
Der Krankentransporter ist nicht leer, sondern bis unter die Decke vollgestopft mit Kartons. In diesen Kartons befindet sich Verbandsmaterial, Pflaster, aber auch Krücken, Rollstühle und andere Medizinprodukte. Viele Dinge sind gespendet, einige sind gekauft. „Was das Auto gekostet hat, ist doch nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass es fährt und dass es dort ankommt, wo es benötigt wird“, sagt Mario Röttgen.
Kindernothilfe engagiert sich seit Jahren
Die Organisation all der wichtigen und notwendigen Produkte, die im Auto und im Hilfstransporter stecken, hat die Kindernothilfe aus Warmensteinach übernommen. Seit fast 35 Jahren engagieren sich Theophil und Angelika Steuer für Kinder , die in Kriegsgebieten aufwachsen müssen. Sie wollen Leid lindern. Das Ehepaar Theophil und Angelika Steuer wurde für die humanitäre Hilfe, die es leistet, schon mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Die Kriegskindernothilfe hilft nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Syrien, in Bosnien, in Afghanistan, in Kenia und zukünftig in Kolumbien.
Als Röttgen sich auf den Weg in die Ukraine macht, weiß er, die Reise ist nicht ganz ungefährlich, und sie wird sicherlich kein Spaß. Er wird zurückkehren mit Bildern im Kopf, die er lieber nicht haben würde.