Ja kleiner der Ort, desto größer ist die Dorfgemeinschaft. Diese Binsenweisheit trifft auch auf den Harsdorfer Ortsteil Oberlaitsch zu. Die örtliche Gefriergemeinschaft, der praktisch alle Dorfbewohner angehören, hat mit Mitteln aus dem Regionalbudget der integrierten ländlichen Entwicklung das ehemalige Gefrierhaus am markgräflichen Klosterweg mitten im Ort zu einer Schutzhütte und einem Gemeinschaftshaus umgebaut.

Martina Tröger , die mit Oliver Dörfler vom Bauhof der Gemeinde die Fäden in der Hand hatte, stellte den Gemeinschaftsgeist der „Latscher“ heraus: „Alle haben mit angepackt. Wir haben über 400 Arbeitsstunden erbracht.“

Die Hütte dient laut Tröger nicht nur den Freizeitsportlern, die mit dem Rad auf dem Klosterweg unterwegs sind, „sondern auch unseren Kindern, die dort vom Bus abgeholt werden“. Ferner sei für die Feuerwehr noch ein abgeschlossener Raum für diverse Ausrüstungsgegenstände geschaffen worden, ebenso ein Technikraum für die Wasserversorgung. Am Dorftreff solle künftig ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden.

Im 1957 eingeweihten Gefriergemeinschaftshaus standen einst zwölf Gefriertruhen und eine große Kühlzelle. „Es war seinerzeit ein Schritt in die moderne Zeit. Der Kühlraum wurde regelmäßig von den Landwirten für Schlachtungen genutzt, aber auch von Vereinen für Festlichkeiten und von Nachbargemeinden zum Kühlen auf einer Mietbasis“, weiß Tröger .

Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten sich nur die wenigsten Privathaushalte in Deutschland eine eigene Tiefkühltruhe leisten können. Zudem seien nicht alle Anwesen an das Stromnetz angeschlossen gewesen.

Bürgermeister Günther Hübner ( CSU ) zeigte sich sehr dankbar, dass das heruntergekommene Gebäude jetzt wieder einer neuen Nutzung zugeführt wird. „Ich darf mich bei der Ortsgemeinschaft ganz herzlich bedanken, die den Abbruch des Daches und die Außengestaltung übernommen hat.“ Die Kosten von knapp 7000 Euro werden laut Hübner mit 90 Prozent gefördert.

Den Dachstuhl hatte 1957 der Zimmerermeister Peter Krauß errichtet, diesmal übernahm die Arbeiten erneut ein Peter Krauß, der Enkelsohn des damaligen Zimmerermeisters.

Und die Dorfgemeinschaft hat auch den Richtspruch aus dem Jahr 1957 aufbewahrt. Einen Blick darauf werfen kann man am 25. September, wenn die feierliche Einweihung erfolgen soll. Rei.