Bei der Planung vor acht Jahren gab es in Rugendorf Zweifel an der Sicherheit – Seit 2021 wird aufgefüllt
Dass im Rugendorfer Steinbruch künftig gebrauchte Baumaterialien eingelagert werden sollen, das hatte ab 2018 im Ort für ziemlichen Aufruhr gesorgt. Denn niemand wollte eine Abfalldeponie dort im Wald haben. Man befürchtete eine Beeinträchtigung des angrenzenden Wasserschutzgebiets und der Quellen der Rugendorfer Wasserversorgung. Aus der Deponie gar eine Vergiftung des Geländes bis zur Wohn- und Gewerbebebauung. Der Betreiber, die Firma Schicker-Diabas beziehungsweise deren Ableger Schicker-Umwelt, hatte alle Mühe, die schlimmsten Befürchtungen aus der Welt zu schaffen.
Seit sechs Jahren wird der Steinbruch nun wie beabsichtigt aufgefüllt. Jetzt hat der Betreiber eine Planänderung im Steinbruch eingereicht, mit der sich der Gemeinderat am heutigen Montag beschäftigen wird.
Viele Befürchtungen
Nachdem Schicker seinerzeit das Projekt erstmals dem Gemeinderat vorgestellt hatte, fand auf dessen Anregung kurz darauf auch eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Die Resonanz auf das Vorhaben war dort ziemlich kritisch: Unter anderem wurden Befürchtungen laut, Schicker wolle oder könnte aus Gewinnstreben dort Dinge vergraben, die längerfristig schädlich sein könnten. „Mir fehlt der Glaube, was die Sicherheit angeht“, formulierte dies unter anderem der frühere Bürgermeister Dieter Oertel. Das Reizwort „Deponie“ verursachte bei nicht wenigen Bürgern die Assoziation zu – inzwischen verbotenen – Hausmülldeponien, die mittlerweie ausgasen und schadstoffbelastete Sickerwässer ausscheiden.
Solche Zweifel versuchte Firmeninhaber Michael Schicker persönlich in dieser Versammlung auszuräumen: „Wir bauen keine Mülldeponie, wo Abfall gesammelt wird“, verdeutlichte er das Vorhaben und sagte zu, dass es durch die Bau- und Lagervorhaben zu keinen Belastungen der Umwelt kommen werde. Dabei wies er auch darauf hin, dass seine Firma bereits in der fünften Generation in der Region ansässig und mit dieser verbunden – und keine Firma sei, die irgendwo einen Haufen hinterlasse und sich dann davon mache. Zudem gebe es regelmäßige Kontrollen durch das Bergamt.
Zwei Jahre später besichtigte der Gemeinderat schließlich, was aus dem Vorhaben und den Versprechungen geworden war – wegen der Pandemie damals ohne Beteiligung der Bevölkerung. Schicker habe mittlerweile den Geschäftsbereich Deponie Rugendorf nach Rugendorf verlegt, informierte nun Geschäftsführer Bernhard Leutheußer vor Ort den Gemeinderat und klärte damit die Frage, an welche Kommune denn die Gewerbesteuer fließt, obwohl der Hauptsitz der Schicker Holding in Bindlach ist. Zudem war zu dieser Zeit bereits eine weitere vom Dorf aus sichtbare Deponie in Planung. In den beiden Deponien, so Leutheußer, werden „umwelt- und fachgerecht Bodenaushub und mineralischer Bauschutt: Bodenaushub sowie Baggergut aus Baumaßnahmen mit geringen Fremdanteilen (Beton, Ziegel und Mauerwerksabbruch) eingebracht“. Nicht bis gering belastete Materialen im Steinbruch, mäßig belasteter Bruch „könnte“ hingegen in die mittlerweile ausgebaggerten Senken auf den vormaligen Lagerflächen eingebracht werden. Auch diese zweite Deponie ist jetzt in Betrieb.