Buchvorstellung und Matinée bei Steingraeber

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Zum Wagner-Jubiläumsjahr findet am Freitag, 24. Juli, um 11 Uhr eine Buchvorstellung im Rokokosaal des Steingraeber-Hauses mit Professor Anno Mungen (Von Bayreuth nach Auschwitz) statt. Der Eintritt ist frei.

Die Figur Richard Wagner ist omnipräsent im Nationalsozialismus. Dem deutschen Staat sind Kunst und Oper dabei mehr als nur Propaganda, vielmehr sollen sie für Identität nach Innen sorgen. Solche Hinwendung zur deutschen Kunst paart sich mit brutalem Verhalten. In Bayreuth und andernorts schickt man verwundete Soldaten in die Oper , dass sie sich von Wagner heilen lassen. Das, was man als deutsche Musik markiert, soll den Einzelnen stärken, zugleich lädt sie ihn ein, sich nach dem Töten in die Räume der Kunst zurückzuziehen.

Paradigmatisches Werk einer solchen kriegstreibenden Moral ist Wagners apokalyptische Götterdämmerung, die im Sommer 1944 an diversen Orten des Landes wie in Nürnberg, Altenburg, Wien und Kattowitz zur Auffüh-rung kommt. Sie bestärkt die Täter in ihrer völkischen Identität im Anschluss an den Bayreuther Antisemitismus des Wagnerverehrers Houston Stewart Chamberlain .

Das Buch „Von Bayreuth nach Auschwitz“ entwickelt in sieben Kapiteln, wie eng Oper , Krieg und Massenmord in den letzten Jahren des Regimes im Wagnerkult der Zeit kulminieren und wer die Wege von dem einen zum ande-ren Ort nimmt.

Der Autor Anno Mungen ist seit 20 Jahren Leiter Forschungsinstituts für Musiktheater und Inhaber des Lehrstuhls für Theaterwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Musiktheaters an der Universität Bayreuth .

Unter dem Motto „Revolution und Kunst“ gestalten Sarah Wegener, Götz Payer, Anno Mungen und Dominik Frank am Sonntag, 26. Juli, um 11 Uhr eine Liedmatinée für Wilhelmine Schröder-Devrient mit Liedern von Franz Schubert und Robert Schumann im Kammermusiksaal des Steingraeber-Hauses.

Wilhelmine Schröder-Devrient galt als größte deutsche Opernsängerin des 19. Jahrhunderts. Sarah Wegener, Götz Payer und Anno Mungen präsentieren eine bunte Liederschau auf den Spuren der legendären Sängerin. In Liedern und Lesungen wird Wilhelmine lebendig, dank Sarah Wegener, dank ihrem exzellenten Klavierpartner Götz Payer und dank den Ausführungen von Theaterwissenschaftler Anno Mungen.  red