Der Altbürgermeister des Marktes Tettau, Alfred Schaden, feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Er sei ein geborener Gewerkschafter und...
Der Altbürgermeister des Marktes Tettau , Alfred Schaden , feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag . Er sei ein geborener Gewerkschafter und Sozialdemokrat und seit fast 60 Jahren Mitglied in der Gewerkschaft und der SPD. Hauptamtlicher Bürgermeister in Tettau war er vom 1. Mai 1978 bis 30. April 2008. Von Januar 1976 bis Mai 1978 war er Bürgermeister von Kleintettau . Kleintettau und Tettau waren damals umgeben von der DDR-Grenze mit Sperranlagen, Stacheldraht, Minen und Selbstschussanlagen. Es gab viele dramatische Ereignisse an der Grenze, die zur Zeit des kalten Krieges mitten durch Deutschland verlief.
Alfred Schaden kam Anfang 1960 als Grenzschützer nach Kleintettau . Er heiratete 1963 Ria. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Wohnhaft wurden sie in Kleintettau . Der gelernte Tünchner und Putzer arbeitete in der Firma Carl August Heinz und wurde in den Betriebsrat gewählt. Durch sein gewerkschaftliches Engagement wurde er nicht nur im Tettauer Winkel bekannt, sondern auch im Landkreis Kronach.
Dem Kreistag des Landkreises Kronach gehörte der Kommunalpolitiker 36 Jahre an. Neben dem Ausbau der Infrastruktur war ihm wichtig, die Verkehrsanbindung der Industrie zu sichern, aber auch Einschränkungen der Bürger durch die Grenzlage möglichst gering zu halten.
Er erzählt die Geschichte vom „Klein-Lichtenhainer Zipfel“. Nur wenige Meter von seinem Wohnhaus entfernt ragte hier ein Stück DDR-Gebiet mit drei Wohnhäusern bis an den Ortsrand von Kleintettau . Erst durch einen Gebietsaustausch kamen die drei Wohnungen offiziell zur Bundesrepublik Deutschland.
Neue Straßenverbindungen
Seine Wahlergebnisse, ob mit oder ohne Gegenkandidaten, erreichten teils sogar über 90 Prozent. Tettau war als rote Hochburg in ganz Bayern bekannt. Für den ehemaligen Grenzschützer war es ein überwältigendes Gefühl als die Nachricht der Grenzöffnung 1989 bei ihm eintraf. Aber zugleich warteten viele neue Herausforderungen auf ihn. Denn nun galt es Verbindungsstraßen nach Spechtsbrunn, Neuenbau, von Schauberg nach Judenbach und Heinersdorf auszubauen.
Die freudigen Jubelfeiern wurden schnell von der Realität des Ausbaus einer zeitgemäßen Infrastruktur eingeholt. Es mussten vor allem Straßenverbindungen her, denn die DDR hatte zur Grenze hin keine öffentlichen Verkehrsverbindungen zugelassen. Er erinnert sich an Besonderheiten im Kampf mit Behörden und Natur- und Tierschützern, um an der Schildwiese am Rennsteig bei Kleintettau eine vernünftige Straßenanbindung nach Spechtsbrunn zu bekommen. Die Straße trägt heute noch den Beinamen „Birkhuhnstraße“.