Bildhauerinnen bei der Arbeit: Die 28. Auflage der „Holzart“ läuft – Ausstellung ab Samstag
Kunst im öffentlichen Raum: Anregungen im Vorbeigehen, gratis, zum Nachdenken und Daran-erfreuen. Das ist in der Region keine Seltenheit mehr. Seit Ingo Cesaro 1998 das Kunstprojekt „Holzart“ in seiner Heimatstadt Kronach initiiert hat, sind etliche Werke daran beteiligter Holzbildhauer hier geblieben. An der Festung Rosenberg begegnet einem beispielsweise der „Neue Wächter“, geschaffen von Tom Kus aus Pilsen 2006; an der historischen Stadtmauer kann man der „Weisheit“ gegenübertreten, der Michael Steigerwald 2004 Gestalt verlieh. Beides sind Dauerleihgaben an die Cranachstadt. Cesaro freut das. Die stattlichen Objekte, die bei diesem Projekt entstehen, sollten eigentlich auch hier bleiben, findet er. Zumal es für die internationalen Teilnehmer eine Herausforderung wäre, die Schwergewichte aus massiven Stämmen fortzuschaffen. Ein Verkauf ist zudem natürlich eine schöne Entlohnung für die Künstlerinnen und Künstler.
„Holzart“ ist das älteste, durchgehende Projekt des Kunstfreundes und -förderers Cesaro. Bildhauerfreunde hätten ihn damals angesprochen, erzählt er, er möge doch auch mal etwas für sie machen, nicht nur für Maler und Grafiker... Da hätte sich Holz im Frankenwald als Werkstoff angeboten. Überspitzt gesagt, habe hier jeder irgendwas mit Holz zu tun.
Eine Aktion, die verbindet
Das Konzept, jeweils mehrere Landkreisgemeinden einzubinden und die Künstlerinnen und Künstler in offenen Ateliers arbeiten zu lassen, hat sich bewährt. Die Menschen interessieren sich für das, was vor Ort geschieht, verfolgen die Entwicklung der Werke – und kümmern sich um die Schaffenden, indem sie diese zum Beispiel mit Kaffee und Kuchen versorgen.
Es ist eine verbindende Aktion quer durch den Landkreis. Heuer sind neben Steinbach am Wald, wo am Samstag, 25. Juli, um 14 Uhr die Ausstellung eröffnet wird, Mitwitz, Nordhalben, Steinwiesen und Seibelsdorf (Gemeinde Marktrodach) eingebunden. Zuvor steht zudem eine Überraschung in einem weiteren Ort an, wozu sich Cesaro aber in unserem Gespräch noch nicht näher äußern wollte.
Durch ehemalige Teilnehmer und deren Kontakte ist längst eine internationale Vernetzung entstanden, so dass Ingo Cesaro sich nicht über mangelnde Resonanz auf seine jährlichen Ausschreibungen beklagen kann. Muss jemand aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen, findet sich, wie er schildert, in der Regel rasch durch Vermittlung ein Ersatz.