Nostalgie pur auf der einen Seite und Melancholie auf der anderen Seiten herrschten beim Klassentreffen ehemaliger Loewe-Lehrlinge in Kronach .

Die Lehrzeit der „glorreichen Sieben“ begann bei der damaligen Weltfirma Loewe-Opta am 1. September 1965 und endete mit der Gesellenprüfung zum Mechaniker am 28. Februar 1969. Handys gab es noch keine, dafür durchlebten die Lehrlinge die wilden 1968er Jahre.

Erfreulicherweise sind alle noch lebenden ehemaligen Lehrlinge zum „Antla“ in der oberen Stadt Kronach gekommen. In Erinnerung an die vor 56 Jahren begonnene Lehrzeit gab es viel zu erzählen und so manche Anekdote wurde wach, als sei alles erst gestern gewesen.

Was ist aus den ehemaligen Lehrlingen geworden? Manfred Schübel kam aus Löhmar angereist. Er war 32 Jahre bei Loewe, den Rest bis zur Rente war er bei Lear Corporation in Kronach beschäftigt. Heinrich Kotschenreuther aus Birnbaum war der Allrounder und arbeitete nach Loewe unter anderen bei Valeo im Leuchtenwerk, und darüber hinaus war er in der ganzen Welt unterwegs, wie er sagt. Jetzt genießt er sein großes Hobby Motorradfahren. Auch der Kronacher Klaus Scherbel war nach seiner Loewe-Zeit noch in verschiedenen Betrieben unterwegs. Heute ist er passionierter Jäger. Wolfgang Kuschal hatte den weitesten Weg zum Klassentreffen. Er kam aus Hambergen in Niedersachsen, wohin ihn von Loewe aus sein weiterer Lebensweg führte. Ebenso hat auch Helmut Purucker aus Mitwitz noch in mehreren Unternehmen und Branchen nach seiner Loewe-Lehre gearbeitet.

Eine weite Reise aus Salzburg nach Kronach unternahm auch Hubert Karger und ließ sich das Klassentreffen nicht entgehen. Nach seiner Bundeswehrzeit war er am Max-Planck-Institut und später noch einige Jahre bei EADS ( Airbus ) München tätig. Er erzählte von seinem Hobby als Bogenschütze und hat sich den Bogenbau zum Hobby gemacht. Der Kronacher Karlheinz Schäck war nach 33 Jahren Loewe noch 14 Jahre bei ASICconsult in Kulmbach als Sicherheitsfachkraft beschäftigt. Sein Hobby ist die Musik. Seit über 25 Jahren spielt er bei der Band Rainbow mit. Als DJ , Schlagzeuger und Fanclubleiter brachte er große Stars, nicht nur auf Platten, in seine Heimatstadt Kronach ; auch für Live-Auftritte arrangierte er Gastspiele großer Pop- und Schlagerstars im Landkreis Kronach auf den Bühnen von Discos.

Wie lief damals die Lehrzeit? Eine Werkbank mussten sich acht Lehrlinge während ihrer gesamten Lehrzeit zum Feilen teilen. Ein Highlight war immer freitags angesagt; da durften sie Lottoscheine ausfüllen für die Gesellen und Ausbilder , und mit dem Fahrrad fuhr man in die Innenstadt , um diese abgeben, also mal raus aus der Bude. Auch daran erinnern sie sich: 1965 bis 1967 durfte das Lehrjahr die Faschingsorden für die Kroniche Fousanaocht herstellen.

Dem bei einem Autounfall ums Leben gekommenen früheren Kollegen Felix Dacio widmeten die Gruppe bei ihrem Treffen eine Gedenkminute. eh