Der Kreisausschuss bekam am Montag ein umfangreiches Zahlenwerk vorgelegt. Auch wenn es sich dabei erst um die Rohfassung des Haushaltes für das Jahr 2021 handelte, ließ sich eines schon deutlich herauslesen: Der Landkreis will seinem Anspruch auf Stabilität bei den Planungen trotz der Pandemie gerecht werden.

Landrat Klaus Löffler ( CSU ) nannte die Eckpunkte des Haushaltes mit einem Gesamtvolumen von voraussichtlich 89 Millionen Euro (Vorjahr: 84 Millionen Euro). Der Hebesatz für die Kreisumlage soll demnach bei 41 Punkten bleiben. "Verlässlichkeit schafft Vertrauen", beurteilte Löffler diese Entscheidung und somit den Entschluss, den Weg der vergangenen Jahre fortzusetzen und die Kommunen nicht stärker zu belasten. Die Schulden wurden weiter auf 7,1 Millionen Euro reduziert. Dennoch sollen auf längere Sicht Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in Angriff genommen werden.

Erstmals wurde dafür ein Hochbau-Rahmenplan auf den Weg gebracht, wie der Landrat feststellte. Darin stehen gebündelt alle Hochbauprogramme, die bei passenden Rahmenbedingungen und Förderungen auf den Tisch gebracht werden können. Das Volumen dieses Gesamtkonzeptes: 150 Millionen Euro. Hinzu kommen beispielsweise "die Kreisstraßen mit 40 plus x Millionen". Angesichts dieser anrollenden Investitionen müsse in den kommenden Jahren das Wünschenswerte getrennt vom Notwendigen betrachtet werden, betonte Löffler.

Kein normales Jahr

Kreiskämmerer Marc Peter Biedermann verwies darauf, dass mit dem Projekt "Hochschulregion Kronach " und der Gründung des Kommunalunternehmens für den Lucas-Cranach-Campus eine Weichenstellung gelungen sei. Der Ansatz von 1,1 Millionen Euro zur Unterstützung hierfür bleibe konstant.

Beim Nahverkehrskonzept zeigen sich laut Biedermann die Auswirkungen der Pandemie . So blieben die prognostizierten Fahrgeldeinnahmen hinter den Erwartungen zurück. Der Kämmerer errechnete daher einen Zuschussbedarf (inklusive des Schülerverkehrs) von 2,5 Millionen Euro. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen, "kann man das Jahr 2020/21 auch im Bereich des ÖPNV nicht als Basisjahr hernehmen. Die Entwicklung ist in diesem Jahr einfach nicht normal", stellte er hierzu fest.

Was den Schuldenstand betrifft, verwies er auf einen Rückgang um 31,1 Millionen Euro seit 2005, als mit 38,2 Millionen Euro der Höchststand zu Buche stand.

Im Haushaltsentwurf sind Investitionen für 2021 in Höhe von rund 11,6 Millionen Euro eingeplant. Darunter fallen unter anderem das Landratsamtsgebäude, das VHS-Gebäude, die Berufsschule und die Bauhofsanierung. Generell sollen die Schulen technisch fit gemacht und die Kreisstraßen ausgebaut sowie der Tourismus (Ölschnitzsee, Shuttle-Modellregion) unterstützt werden. Der Kämmerer wies bei aller Planung aber darauf hin, dass die Corona-Pandemie stets zu einem Bremsklotz bei der baulichen Umsetzung werden kann. Wenn Bauarbeiter erkranken oder in Quarantäne müssen und die Arbeiten in der Folge liegen bleiben, könne es zu Verzögerungen kommen.