Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen. Das zeigt die aktuelle Auswertung der AOK zum Krankenstand für 2020. 36,0 Krankmeldungen je 100 AOK-versicherte Arbeitnehmer gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Kronach wegen dieser Krankheitsart. Im Jahr zuvor waren es 42,7 Krankmel-dungen.

Weitere 2,3 Arbeitsunfähigkeitsfälle entfielen auf die gesicherte Diagnose Covid-19 , die seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland im März vergangenen Jahres zusätzlich erfasst werden. Muskel-/Skeletterkrankungen verursachten 34,2, Erkrankungen des Verdauungssystems 17,2 und Verletzungen 15,0 Arbeitsunfähigkeitsfälle. „Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die meisten Ausfalltage“, sagt Stephan Preisz von der AOK-Direktion Coburg. Statistisch gesehen war deswegen 2020 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer aus dem Landkreis Kronach 8,6 Tage krankgeschrieben. 3,0 Fehltage ergaben sich aus Atemwegserkrankungen , 0,2 Krankheitstage wegen nachgewiesener Covid-19-Erkrankung und 3,5 Krankheitstage aufgrund von Verletzungen.

Mehr Krankheitstage

Insgesamt haben sich im Pandemie-Jahr 2020 weniger AOK-versicherte Arbeitnehmer im Landkreis Kronach krankgemeldet. „Die Gesamtzahl der Krankmeldungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent“, so Stephan Preisz. Ein Grund dafür könnten die Corona-Schutzmaßnahmen sein: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Maske tragen – die Ausbreitung anderer Krankheitserreger dürfte dadurch ebenfalls einge-dämmt worden sein. Die durchschnittliche Dauer der Erkrankungen hingegen hat sich um 11,3 Prozent auf 16,7 Tage erhöht. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 14,0 Kalendertage krank.

Damit sind die AOK-versicherten Arbeitnehmer im Landkreis Kronach im bayernweiten Vergleich kränker. Mit 6,4 Prozent liegt der Krankenstand über dem Bayernwert von 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich genauso viele Beschäftigte krankgemeldet.

Trotz der Pandemie konnte die AOK Bayern im vergangenen Jahr knapp 2000 Unternehmen mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) unterstützen. Dafür hat die größte Krankenkasse im Freistaat ihr Angebot auch online ausgebaut. Ein Schwerpunkt sind Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit, beispielsweise mit Programmen wie Stress im Griff (www.stress-im-griff.de) oder Gesund Führen (www.aok-gesundfuehren.de).