Am Sonntag, 11. September, findet um 17 Uhr ein Konzert der Rainberglerchen in der Kronacher Synagoge statt. Sie spielen Lieder des Komponisten Herbert Roth . Der Eintritt ist frei.

Erst nur im Osten bekannt

71 Jahre hat es gedauert, bis zum ersten Mal in Kronach und im Landkreis ein Programm ausschließlich mit Liedern und Melodien des Komponisten und Volkssängers Herbert Roth und den Texten von Karl Müller aufgeführt wird. Die beiden wurden mit dem Rennsteiglied, der Hymne Thüringens, weithin bekannt. Zusammen mit Waltraud Schulz und einer Instrumentalgruppe spielten sie es am 15. April 1951 in Hirschbach bei Suhl zum ersten Mal vor einem öffentlichen Publikum. Die Begeisterung der Thüringer nahm kein Ende und es folgten viele weitere Lieder und Erfolge. Durch den Kalten Krieg und den Eisernen Vorhang wurde jedoch verhindert, dass Herbert Roth und seine Lieder auch im Westen bekannt und populär wurden.

Häckel brachte es über die Grenze

Das Rennsteiglied aber schaffte dennoch den Sprung über die Grenze: Der Kronacher Musiker und Heimatkomponist Hans-Wilhelm Häckel spielte eines Tages in Falkenstein direkt an der Zonengrenze mit seiner im Landkreis damals sehr bekannten Gruppe, dem Häckel-Quintett. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde gerade ein Fest gefeiert und es erklang eine Melodie, die Häckel sofort ins Ohr ging und ihn spontan veranlasste, sich einige Notizen zu machen.

Zu Hause machte er sich sogleich daran, das gesamte Lied fertig auszuarbeiten und auf Schallplatte herauszubringen. Durch ihn wurde das Rennsteiglied auch bei uns im Frankenwald zu einem bekannten und beliebten Heimatlied. red