Die hohe Zeit für Bastler ist gekommen, wenn die langen Winterabende anbrechen. Dann bietet sich denen, die ihre Hände geschickt zu gebrauchen wissen, besonders ein Motiv an: der Stall von Bethlehem mit der Krippe.

Zum Kreis der begnadeten Bastler zählt der Stockheimer Hubert Busse, der in mühevoller Arbeit eine Bergmännische Krippe angefertigt hat, die im katholischen Gotteshauses St. Wolfgang zu weihnachtlicher Zeit bewundert werden kann. Links zu sehen sind ein Stollen mit Stempel und Kappen, zwei Transporthunte mit echter Stockheimer Steinkohle sowie rechts der Förderturm der Katharinazeche aus dem Jahre 1960.

Das Kunstwerk ist zwei Meter breit und einen Meter hoch. Vor allem erinnert es an die 400-jährige Bergbaugeschichte im Haßlachtal, die geprägt war von zahlreichen menschlichen Tragödien. Nicht von ungefähr baten die Knappen um den Beistand durch die heilige Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute.

In Stockheim steht insbesondere die Bergbautradition bei diesem Brauch im Mittelpunkt, die durch die Barbarafeier mit Bergparade und Mettenschicht vom Knappenverein und der Bergmannskapelle praktiziert wird.

Übrigens, die erste bayerische Krippe wurde im Jahre 1601 in Altötting aufgestellt. Dieser Brauch, der in den Klosterkirchen seinen Anfang nahm, wurde so zum Sinnbild und Mittelpunkt der Weihnachtsfeiern. gf