Die soziale Betriebshilfe hat im zurückliegenden Jahr ganze Arbeit geleistet. Bei der Jahresversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings (MR) Kulmbach berichtete Geschäftsführer Werner Friedlein von 106 Einsätzen der 65 Helfer und Helferinnen.
Bei der Betriebshilfe handelt es sich um Leistungen zur Überbrückung von krankheits- oder unfallbedingten Ausfällen auf landwirtschaftlichen Betrieben, um Urlaubsvertretungen oder um die Abdeckung von saisonalen Arbeitsspitzen. So seien über die Geschäftsstelle rund 17 000 Stunden soziale, also von den Krankenkassen übernommene, Betriebshilfe abgerechnet worden. Im Vorjahr seien es mit 131 Einsätzen zwar 25 mehr gewesen, doch lag die erbrachte Stundenzahl mit etwa 16 000 um rund 1000 niedriger.
Zu den 65 Helfern kommen zwei festangestellte Dorfhelferinnen, ein hauptberuflicher, zwei angestellte und ein selbstständiger Betriebshelfer, die ebenfalls für den Maschinenring (MR) Kulmbach tätig sind. Sie sind die Basis für die Betriebshilfe in Notlagen, so der Geschäftsführer. Sie seien aber unter anderem auch für die wirtschaftliche Betriebshilfe zuständig, bei der er auf 640 Einsätze, geringfügig weniger als im Jahr zuvor, kam. Der MR Kulmbach hat aktuell 856 Mitglieder, vier weniger als im Jahr zuvor, die zusammen eine Fläche von 27480 Hektar (Vorjahr 27500 Hektar) bewirtschaften.
Wichtigste Aufgabe der Maschinenringe ist es neben der Betriebshilfe, Technik effizient zu nutzen und sinnvoll auf den Betrieben einzusetzen, um letztlich Kosten zu senken. Die Marktsituation könne man nicht beeinflussen, ebenso wenig das öffentliche, von Medien und Politik geprägte Bild der Landwirtschaft. "Was wir jedoch beeinflussen können, ist, unsere Kosten in den Griff zu bekommen", sagte MR-Berater und Vorstandsmitglied Florian Graf. Dazu müsse die Berufsgruppe allerdings näher zusammenrücken. "Kooperation statt Konfrontation ist das Gebot der Stunde", sagte Graf. Der klassische Weg des Einzelkämpfers sei nicht unbedingt gefragt.
Mit Roland Scherm aus Heubsch, Wolfgang Müller aus Schwärzhof und Christian Schneider aus Mainleus hatten die Verantwortlichen diesmal drei Landwirte gebeten, den Mitgliedern ihre Formen der Kooperationen vorzustellen. Mit der Schwadergemeinschaft betreibt Scherm im Raum Kasendorf/Thurnau zusammen mit acht weiteren Berufskollegen eine klassische Maschinengemeinschaft. Das Interesse sei ungebrochen, Neumitglieder seien stets willkommen, so Scherm. Ähnliches berichtete Müller, der eine Futtermischwagengemeinschaft präsentierte. Rund um Himmelkron hatten die Mitglieder bereits einen zweiten Wagen angeschafft und auch dort gibt es mittlerweile einen Fremdfahrer. Für eine erfolgreiche Kooperation in der Außenwirtschaft stand Christian Schneider aus Mainleus, der mit dem befreundeten Betrieb der Familie Faßold in Mainroth zunächst schrittweise verschiedene Maschinen austauschte. Später investierten beide kontinuierlich in ihren Maschinenpark, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Seit 2012 gibt es sogar eine gemeinsame Arbeitskraft. Die Datenerfassung erfolge dabei direkt auf dem Schlepper, die Zusammenfassung werde in Excel-Tabellen festgehalten und der Maschinenring ist für die Abrechnung zuständig. Freilich bedeute dies alles einen gewissen Mehraufwand, sagte Schneider, aber der sei durchaus machbar.
Als Betriebshelfer mit den meisten geleisteten Stunden wurden Andrea Bär aus Neuenmarkt, Thomas Kraß aus Guttenberg, Harald Gredlein aus Feldbuch bei Rugendorf und Horst Hempfling aus Höfstetten geehrt. Eine besondere Auszeichnung gab es für Horst Dupke, er kann in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum beim Maschinenring Kulmbach feiern. Stephan Herbert Fuchs