Ekkehard Roepert Forchheim — Bisher ist es ein Trio, das sich im kommenden Jahr um das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt: OB Uwe Kirschstein (SPD) möchte im März wiedergewählt werden und hat mit Annette Prechtel (FGL) und Udo Schönfelder (CSU) zwei aussichtsreiche Kandidaten gegen sich. Doch es spricht einiges dafür, dass die Liste der OB-Kandidaten noch nicht abgeschlossen ist. Gerüchteweise taucht immer wieder der Name Klaus Backer auf. Der Chef des Forchheimer Ordnungsamtes hatte bereits im Dezember 2015 für Furore gesorgt, als er wie aus dem Nichts seinen Hut in den Ring warf. Und sich von der Initiative Freier Oberbürgermeister Forchheim (FOF) für die OB-Wahl aufstellen ließ. Im März 2016 ging Backer dann als vierter Kandidat gegen die etablierten Lokalpolitiker Ulrich Schürr (JB/CSU), Manfred Hümmer (FW) und Uwe Kirschstein (SPD) ins OB-Wahlrennen - und holte 15 Prozent der Stimmen.

Auch bei der OB-Wahl im März 2020 könnte Backer wieder für Unruhe unter den etablierten Kandidaten sorgen. Unserer Zeitung gegenüber wollte er gestern seine Kandidatur zwar nicht bestätigen; aber er betonte: "Man denkt über so etwas nach, die Option gibt es immer."

Backer räumt ein: "Nach der Wahl im März 2016 war das Thema für mich komplett vom Tisch." Doch jetzt, da die OB-Wahlkampf-Phase erneut angelaufen sei, wolle er die Möglichkeit einer Kandidatur nicht mehr ganz ausschließen. "Ich werde oft angesprochen, ob ich es nicht wieder machen möchte und immer wieder auch aufgefordert, zu kandidieren." Das habe ihn nachdenklich gemacht, sagt Backer. Doch vor November werde er wohl nicht über die Kandidatur entscheiden. Sollte er sich aber erneut um den OB-Posten bewerben, wäre seine Herangehensweise dieselbe wie im Jahr 2016, betont Backer. Das heißt: Er plädiert für eine ganz andere OB-Rolle. Mit diesem Ansatz hatte der Verwaltungsexperte Backer 2016 überrascht: Ein Oberbürgermeister sollte "kein Politiker sein". Im Stadtrat säßen ja schon 40 Politiker. Als Oberbürgermeister würde er sich daher "in der Rolle des Mediators oder Diplomaten" sehen. Das mache es leichter, bei Sachthemen mitzureden.

Wenn überhaupt, wird Backer aber nicht für die Freien Wähler oder für das Forchheimer Bürgerforum starten, denn auch dieses Gerücht hatte es gegeben. Aber sowohl Manfred Hümmer (FW) als auch Manfred Mauser (FBF) betonen, dass ihre Gruppierung keinen OB-Kandidat stellen werde.

"Wir sind Forchheims starke Mitte, ein Bindeglied zwischen den linken und den konservativen Lagern", sagt Manfred Hümmer, der FW-Fraktionssprecher. Bei der OB-Wahl zu gewinnen sei aber schlichtweg "nicht realistisch". Dafür sei die Stammwählerschaft der CSU (37 Prozent, schätzt Hümmer), der "Hype der Grünen" und der Amtsbonus von Kirschstein einfach zu groß. "Wir stellen keinen OB-Kandidaten", sagt Hümmer und ergänzt, als könnte es doch noch anders kommen: "Stand heute".