Stephan Herbert Fuchs Corona hat alles durcheinandergewirbelt. Ursprünglich sollte das Konzert mit der Bayreuther Band Huebnotix in der Dr.-Stammberger-Halle schon im März stattfinden. Dann kam die Pandemie, und selbst der Termin jetzt am Samstag stand bis zuletzt auf der Kippe. Das Konzert fand statt, unter allen denkbaren Auflagen zwar, mit Hygienekonzept (Klatschen erlaubt, Mitsingen verboten, außer für die Band), Sicherheitsabstand und daher in kleinem Rahmen mit nur 170 erlaubten Zuhörern - aber es fand statt. Es war das erste Konzert in der Dr.-Stammberger-Halle nach über einem halben Jahr Corona-Pause und eines der ersten für Huebnotix. "Wir freuen uns, dass das Konzert durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Kulmbach und der Agentur Motion Kommunikation möglich gemacht wurde", verkündete die Band im Vorfeld.

Die vier Musiker und die vier Sängerinnen der "Velvet Voices" ließen sich die widrigen Umstände auch nicht anmerken. Sie spielten in der gewohnten Perfektion auf und gaben einmal mehr alles - zwei Stunden lang und ohne Pause. Auf dem Programm wie immer bei Huebnotix: Rock-Klassiker und Kultsongs der Rock- und Popgeschichte. Viele Songs waren diesmal dabei, die man von Huebnotix noch nicht kannte. Gut zwei Stunden lang begeisterte die Band ihr Publikum bei ihrem Streifzug durch 50 Jahre Rockgeschichte mit Songs wie "Eleanor Rigby" von den Beatles gleich zum Auftakt, "Ain't nobody but me" von Supertramp, "Man on the moon" von R.E.M. oder, was bei keinem Huebnotix-Konzert fehlen darf: "Shine on you crazy diamond" von Pink Floyd.

Nach dem Projekt "Huebnotix and Strings" gastierte die Band diesmal zusammen mit den Sängerinnen Melanie Büttner, Emilie Carra, Elisa Fuchs und Lisa Herold als "Huebnotix & The Velvet Voices". Sie agierten immer wieder auch solo aber hauptsächlich als Background-Ensemble. Auch hier gab es raffinierte Arrangements bei Titeln wie "Baby, I love you" von Aretha Franklin, interpretiert von Elisa Fuchs, den Beatles-Klassiker "The long and winding road", gesungen von Emilie Carra oder "Ain't nobody" von Chaka Khan, gesungen von Melanie Büttner.

Neben der Perfektion, die Andy Sack (Gesang und Percussions), Andi Hübner (Gesang, Gitarre und Mundharmonika), Joe Greiner (Gesang, Keyboards), Markus Burucker (Gesang, Gitarre und Bass) auszeichnet, sind es auch die ausgefeilten Arrangements, die mittlerweile zum Markenzeichen der Band geworden sind. Das unterscheidet Huebnotix von einer reinen Coverband. Perfekt nachgespielt, das reicht ihnen nicht. Sie wollen eigene Akzente setzen, lieben die Details und klanglichen Raffinessen.

Songs anders zu interpretieren, darauf kommt es der Band an. Einen Frontman im klassischen Sinne gibt es nicht, im Gegenteil, die Musik lebt von der Abwechslung. Und so klingen Markus Burucker, Andi Hübner und Andy Sack zwar völlig verschieden, doch jeder für sich ausdrucksstark und mitreißend.