Das sind mal gute Neuigkeiten in der Bürgerversammlung Stadelschwarzach über die Ortsdurchfahrt: die enge 90-Grad-Kurve der Würzburger Straße, kurz vor dem Ortsende in Richtung Bamberg, wird im Zug der Straßenerneuerung auf zehn Meter aufgeweitet. Aktuell erleben Autofahrer dort immer wieder eine "Begegnung der unheimlichen Art" mit Lastwagen, deren Fahrer auf der B22 – die Ortsdurchfahrt –  auf die Gegenspur ausweichen müssen, um überhaupt die Kurve zu kriegen.

Weiterhin ist eine Querungshilfe in der zweiten 90-Grad-Kurve im Bereich der Dorfmitte vorgesehen, sagte Martina Wieland, Diplom-Ingenieurin der Firma Röschert in Würzburg. Sie ist die Planerin für die Ortsdurchfahrt und stellte in der BV den 80 Zuhörern im Sportheim der DJK den aktuellen Planungsstand vor.

Das Wartehäuschen in der Dorfmitte wird verlegt

Die sieht unter anderem eine Verbreiterung einiger Gehwege vor, eine Verlegung des Wartehäuschens direkt an die Bushaltestelle im nördlichen Teil der Dorfmitte, eine Entschärfung der Einfahrt von der Raiffeisenstraße in die Würzburger Straße (sie wird ein rechter Winkel) und einige Parkplätze entlang der 823 Meter langen Ortsdurchfahrt, darunter drei direkt vor der Bäckerei. Aufgepeppt wird die Straße durch mehrere Grünbereiche.

Auch steht die Kanalsanierung mitsamt neuen Grundstücksanschlüssen an, bei Möglichkeit mit Inlinern. Damit die Straße nicht für zwei Jahre komplett gesperrt werden muss, geschieht der Bau in mehreren Abschnitten. Unterm Strich wird die ganze Sache elf Millionen Euro kosten.

Eine fette Kröte haben die Stadelschwarzacher doch zu schlucken. Denn den Baubeginn prognostizierte Bürgermeister René Schlehr auf das erste Quartal 2024. Alle Beteiligten sind auf der Suche nach einer Umleitung. Die B22 ist die offizielle Umleitungsstrecke für die A3, und bei dessen Sperrung muss der Verkehr über eine Strecke fließen, "die den Autobahnverkehr aufnehmen kann", sagte Johanna Klein, Abteilungsleiterin im staatlichen Bauamt Würzburg, in der Versammlung.

Das soll über die B286 durch die Ortschaften Birklingen und Ziegenbach erfolgen, doch die Baumaßnahmen im relativ kleinen Ziegenbach werden wohl erst im ersten Quartal 2024 abgeschlossen sein, "dann können wir eine Umleitung einrichten". Fast noch wichtiger ist die Vergabe der Fördermittel, an die ein fester Zeitpunkt geknüpft sein wird, an dem nach Fertigstellung die letzten Rechnungen erstellt sein müssen. "Würden wir diesen Termin verpassen", so Schlehr, "wird es richtig teuer."

Zum Thema Hochwasserschutz wird ein runder Tisch gebildet

Dem zweistündigen ersten Teil schloss sich der kürzere, allgemeine Teil der Bürgerversammlung an. Dort stand neben dem Dauerthema "Hochwasserschutz" das Baugebiet Am Gehäg im Zentrum der vielen Fragen von Ratsmitglied Harald Rückert, der sich mit dem Bürgermeister die aus den Ratssitzungen hinlänglich bekannten Dialoge lieferte, wie auch zuvor bei der Ortsdurchfahrt.

Für den Hochwasserschutz, so Schlehr, habe das Wasserwirtschaftsamt (WWA) endlich eingesehen, dass es sich auch um die Gewässer kümmern muss, deren Zuständigkeit bislang an Prichsenstadt und den Orten der interkommunalen Allianz "Dorfschätze" hängengeblieben ist. "Es wird ein großer runder Tisch gebildet, es wird geplant, aber eine solche Planung kann bis zu zehn Jahre dauern", sagte Schlehr, "und wir haben bislang noch nicht mal den Zuwendungsbescheid über das Hochwasser-Audit, mit dem wir jederzeit beginnen könnten."

Im Hinblick auf die Ratsdebatte zum Thema Hackschnitzelheizung hat der Bürgermeister bereits erste Kontakte in Stadelschwarzach auf der Suche nach möglichen Abnehmern aufgenommen. Zu denen könnte auch die DJK gehören, wobei Vorstandsmitglied Rainer Mandel eher den beim Rat beantragten Zuschuss zur Bewässerungsanlage thematisierte. Er habe, so Schlehr, bereits einen Katalog an Kriterien für Zuschüsse an alle Vereine ausgearbeitet, den der in der nächsten Sitzung des Sport- und Sozialausschusses vorlegen will.