Die Kapelle "St. Barbara" auf dem "heiligen Berg" von Ebern hat eine bewegte Geschichte. In ihrer jetzigen Form wurde sie 1958 erbaut und 1959 eingeweiht. Sie thront schon 60 Jahre hoch über Ebern.

Eine bewegte Geschichte hat die Kapelle deshalb, weil sie 1352 unter Bischof Albrecht von Hohenlohe erstmals errichtet wurde. 1594 war sie bis auf die Mauerreste vollständig verfallen. 1654 rief der Eremit Frater Philipp Steigleder zum Wiederaufbau auf. Noch im gleichen Jahr wurde sie eingeweiht. War sie einmal verfallen, so trug am 23. Dezember 1666 ein Blitzeinschlag dazu bei, dass sie erneut Schaden erlitt. 1958 nahm sich der Bürgerverein der Kapelle an und errichtete ein Holzkreuz. Als Dank für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg wurde die Kapelle in ihrer heutigen Form errichtet.

Am 21. Juni begann der Bau

Wie zu lesen ist, wurde am 21. Juni 1958 mit dem "klassischen Schwarzbau" begonnen. In wenigen Tagen stand der Rohbau. Damals hatte Otmar May, Vorsitzender des Bürgervereins, seine Hand mit im Spiel. Die Malereien in der Kapelle übernahm der Kunstmaler Kapolke aus Nürnberg. 2000 Pilger fanden sie nach den Aufzeichnungen am 14. Juni 1959 zur Weihe durch Stadtpfarrer Haller ein. Schließlich gab es 2009 noch eine gründliche Sanierung zum 50. Jahr des Weihtags. Das beleuchtete Holzkreuz, Symbol für die Kapelle und weithin sichtbar, wurde im Jahr 2015 errichtet.

Lied und Gedicht zur Kapelle

Albert Kuhn und Friedrich Rückert haben etwas gemeinsam: Albert Kuhn hat ein Lied zu Ehren der Heiligen St. Barbara geschrieben und auch der "Sohn Eberns", Friedrich Rückert, vor vielen Jahren schon ein Gedicht über die Kapelle. Im Lied von Albert Kuhn, nach der Melodie "Nun Brüder sind wir frohgemut", heißt es: "St. Barbara sei uns gegrüßt auf Eberns heiligen Berge. Wir grüßen dich am Käpelle, erbaut vor vielen Jahren. Die Leute kommen gern hierher, erhoffen deine Gnade."

Dem historischen Kleinod ist die gläubige Bevölkerung von Ebern besonders zugetan. Von der bewaldeten Bergspitze kann man den Blick über Ebern schweifen lassen. Sehr oft sind dort Wanderer oder Fahrradfahrer anzutreffen, die sich "geistige Kraft" holen oder auch nur auf den Bänken verweilen.

Unter der Überschrift "Zur Freude und Besinnung aller Bevölkerungsschichten", hat Ingo Hafenecker die Entstehung des "Neubaus" 1958 dokumentiert. So hat die Stadt Ebern Lärchenstämme für das Kreuz überlassen, wenn auch unter Protest des Forstamtes Ebern, weil auch aus dem Stadtwald vielversprechende Eichenstämme entnommen wurden.

Auch ein Arbeitskommando der Bundeswehr zum Bau der Straße wurde vom damaligen Kommandeur Oberstleutnant Walitschek zur Verfügung gestellt. Eine große Spendenaktion brachte die finanziellen Möglichkeiten für den Bau der Kapelle. Das Offizierscorps erklärte sich sogar bereit, die Stromkosten für die Beleuchtung des Kreuzes eine Zeitlang zu übernehmen. Rudolf Kaspar und Albert Kuhn sind Beauftragte der Kapellenbaufreunde. Mit einer großen Helferschar sind sie seit Wochen mit den Vorbereitungen für das Jubiläum beschäftigt. Die Käpellesfreunde gibt es seit 1958. Ingo Hafenecker und Ulrich Süppel werden bei der 60- Jahr-Feier Erinnerungen aus Sicht des Bürger- und Kolpingvereins wach werden lassen. Bei den Feierlichkeiten gibt es auch eine Präsentation von Klaus Bayersdorfer und Herbert Stäber zu sehen.