Neudrossenfeld/Altenplos —  Der Abwasserzweckverband (AZV) Rotmaintal mit Sitz in Neudrossenfeld sorgt auf einer Fläche von 68 Quadratkilometern mit knapp 8000 Einwohnern für eine geordnete Abwasserbeseitung in den beiden Gemeinden Neudrossenfeld und Heinersreuth. Circa 30 Anlagen muss er betreuen, darunter drei Kläranlagen, zahlreiche Regenrückhalte-und Regenüberlaufbecken sowie Pumpstationen, um den Aufgaben gerecht zu werden. Und er steht gut da, wie bei der Sitzung der Verbandsbeiräte in der Altenploser Mehrzweckhalle deutlich wurde.

Als Kernpunkt verabschiedete man einstimmig den Haushalt für 2021, der ein Gesamtvolumen von 3 858 000 Euro hat. "Wir können mit der allgemeinen Finanzlage trotz der erheblichen Investionen in das Kanalnetz zufrieden sein, ein bisschen Bauchschmerzen bereitet mir aber die Beseitigung des Klärschlamms, die mit erheblichen Kosten in den nächsten Jahren verbunden ist", sagte der AZV-Verbandsgeschäftsführer Christopher Schröder bei der Vorstellung des Etats. "Denn die vorhandenen etwa 1200 Kubikmeter können nicht einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden, weil die Grenzwerte zu hoch sind und der Transport zu einer Müllverbrennungsanlage in Betracht kommt. Da kommen schnell mal 900 000 Euro zusammen." Eine Verbesserung in der Kläranlage Neudrossenfeld sei daher bereits angedacht. Von einer nur leichten Gebührenerhöhung müsse aktuell ausgegangen werden.

"Wir kommen 2021 ohne Aufnahme eines Kredits aus, nach der Finanzplanung wird jedoch voraussichtlich im kommenden Jahr ein solcher in Höhe von 450 000 Euro benötigt", so Schröder. Um das gleich zu relativieren, "nach den Planungen sollte er bis 2024 vollständig getilgt werden". Den Schuldenstand will man von aktuell 630 000 Euro ebenfalls bis Ende 2024 auf 371 000 Euro zurückführen. Der Zweckverband sei für die Zukunft gut gerüstet, schaute Schröder optimistisch in die Zukunft. Auch Verbandsvorsitzender Harald Hübner sieht das so. "Der Haushalt ist ein solides Zahlenwerk, das erhebliche Investitionen für Sanierungsmaßnahmen ermöglicht. Der Zweckverband ist in den über 40 Jahren seit seinem Bestehen ein Erfolgsmodell geworden und kann seine Aufgaben für die Gemeinden Neudrossenfeld und Heinersreuth kostengünstig umsetzen. Das Neudrossenfelder Gemeindeoberhaupt: "Die Bürger müssen bei uns, was das Abwasser betrifft, nicht tief in die Tasche greifen. Unsere Gebühren liegen im unteren Bereich im Vergleich zu anderen Kommunen in den Kreisen Bayreuth und Kulmbach." Seiner Kollegin Simone Kirschner (Gemeinde Heinersreuth) treibt der Klärschlamm Sorgenfalten ins Gesicht. Sie appellierte, das Problem nicht auf die lange Bank zu schieben.

Umfangreiche Bauarbeiten beschäftigen heuer und auch im nächsten Jahr die Verbandsräte. So sind die Kanalsanierungen in Heinersreuth in der Scherleitenstraße im Gange mit einer Auftragssumme von 80 000 Euro; und in Neudrossenfeld "Am Friedhofsweg" und "Am Festplatz" mit einer Summe von 77 402 Euro. Die Drossenfelder Weinbergstraße bekommt ebenso einen anspruchsvolleren Kanal zu 18 329 Euro. In 2022 sind dann in Unterwaiz "Am Berg" eine Kanalsanierung vorgesehen, in Langenstadt ein Kanalneubau für ein Teilstück und in Neudrossenfeld am Baugebiet "Am Wald" und oberhalb des Großparkplatzes bei der Schule. Die geschätzten Kosten dafür schlagen mit 230 000 Euro zu Buche.

Diskutiert wurde auch der Jahresbericht des Gewässerschutzbeauftragten Danielo Heidrich. Auch er bemängelte die viel zu großen Klärschlammmassen. Der Zweckverband hat in 2020 eine Jahresschmutzmenge von knapp 400 000 Kubikmeter geklärt, was einer Rohschlammasse von 2300 Kubikmeter entspricht. Verstärkt tätig werden will der Zweckverband auch bei den Abwasserbeseitigungsanlagen im Orteil Schaitz, in Schwingen und Waldau.