Gegen die Stimme von Otto Kreil hat der Gemeinderat am Montagabend beschlossen, das Projekt Dorftreff weiterzuverfolgen. Bürgermeister Eugen Hain wurde ermächtigt, die Förderanträge auf den Weg zu bringen. Hain erinnerte daran, dass das Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg zugesichert habe, das Vorhaben mit 65 Prozent zu fördern.
Im Vorfeld der Sitzung hatten sich 35 interessierte Bürger in der ehemaligen Grundschule getroffen, um über das Projekt zu diskutieren, dem auch die beiden Feuerwehren und die evangelische Kirche positiv gegenüberstehen. Schwierig einzuschätzen ist derzeit, ob auch ein Gaststättenbetrieb angeboten werden soll.
Rückblick: Vor rund drei Jahren hatte in der kleinen Frankenwaldgemeinde das letzte Wirtshaus geschlossen. Seitdem fand sich für die "Post" weder ein Pächter noch ein Käufer, wie der Bürgermeister erläuterte.


Hohberg im Kostenrahmen

"Nachdem das laufende Sanierungsprojekt Am Hohberg mit rund 400 000 Euro Kosten im Kostenrahmen liegt, können wir jetzt das Thema Dorftreff in der ehemaligen Grundschule angehen", sagte das Gemeindeoberhaupt. Der Treff sei wichtig für die Struktur des Dorfes und könnte ein zentraler Versammlungs- und Veranstaltungsort sein. "Wir wollen und werden nicht gegen die Vereine arbeiten, müssen aber unser Guttenberg weiterentwickeln", so Hain.
Das Amt für Ländliche Entwicklung habe nicht nur eine Förderung von 65 Prozent, sondern auch einen Baubeginn schon 2017 in Aussicht gestellt. "Zudem überlegen wir seit Jahren, wie wir das ehemalige Schulgebäude energetisch sanieren und in einen besseren Zustand bringen können." Eine Sanierung würde zuletzt auch der Firma Pfeil als Mieter der weiteren Räume zugutekommen.
Ein großer Veranstaltungssaal mit 80 bis 100 Plätzen könnte im Zimmer der ersten Klasse entstehen, eine kleine Küche im ehemaligen Lehrerzimmer. Dann könnten auch Geburtstagsfeiern oder kleine Jubiläen mit Bewirtung durchgeführt werden. Der vordere Eingangsbereich könnte als kleine Gaststätte unter der Woche offen gehalten werden, so Eugen Hain vor. Barrierefreiheit sei gegeben, da der rückwärtige Eingang ebenerdig zugänglich sei.


Feuerwehren sagen Ja

Der Bürgermeister zeigte sich sicher, dass der Dorftreff von den Bürgern genutzt würde. Man trete auch nicht in den Wettbewerb mit dem Sport- und dem Wanderverein.
"Es gibt keinen größeren Saal in Guttenberg. Hier könnten sich die treffen, die bisher keine Heimstatt hatten. Die Kirchengemeinde wäre dafür, denn hier ist genügend Raum für das Frauenfrühstück oder die Proben der Theatergruppe", sagte Pfarrer Martin Fleischmann.
"Es sieht jeder, dass wir hier etwas modernisieren müssen. Und ein großer Versammlungsraum wäre kein Fehler", betonte Zweiter Bürgermeister Klaus Witzgall. Für die Feuerwehren Guttenberg und Maierhof begrüßten Thomas Jaekel und Harald Will die Initiative.
"Wie wollen Sie sonst das Dorfleben fördern, wenn Sie es nicht versuchen", meinte VG-Geschäftsstellenleiter Martin Betz. Und Eugen Hain ergänzter: "Eine energetische Sanierung ist nötig, ich habe vor dem finanziellen Risiko keine Angst." kpw