von unserer Mitarbeiterin heike schülein

Au — 168 Seiten, viele schöne Bilder, ein von Dieter Backert stimmungsvoll gestalteter Außenumschlag: Das von der Vereinsgemeinschaft Au herausgebrachte "725 Jahre Au - Geschichte und Geschichten" ist schon ein besonderes Werk: keine reine Ansammlung von Daten, sondern ein wertvoller, reich illustrierter Beitrag zur Ortskunde. Geschaffen wurde es vom Autorenteam Dieter Lau, Elmar Meußgeier, Heinz Eber, Helmut Schmidt, Heinrich Köstner, Werner Pohl sowie Reinhold Scheller.
Am Sonntag stellte Ortssprecher Thomas Hammerschmidt das Buch im Innenhof der Alten Schule vor. Das Werk war auf Wunsch der Vereinsgemeinschaft Au erstellt worden. Wie Hammerschmidt dabei ausführte, habe die Vereinsgemeinschaft Au (Tischtennisclub, Obst- und Gartenbauverein und Freiwillige Feuerwehr) gar nicht erst angestrebt, solch ein Riesenfest wie das 2014 gefeierte 125. Jubiläum der Feuerwehr auf die Beine zu stellen. Vielmehr habe man sich andere Gedanken gemacht, wie man das Dorfjubiläum ausrichten könne. "Au feiert gerne", freute er sich. Der offizielle Festtag finde zwar an diesem Kirchweih-Sonntag statt. Das Jubiläumsjahr habe aber bereits am 2. Februar mit einer Lichtmess-Party mit einem Wirtshaussingen und einer überdachten Schneebar am ehemaligen Schulhaus seinen Anfang genommen, ausgerichtet von der BBV-Ortsgruppe Au. Zudem organisiere der Obst- und Gartenbauverein im Herbst ein Kartoffelfest sowie die Teichgenossenschaft am 5. Dezember ebenfalls eine Veranstaltung.
Zustandekommen sei das Buch, nachdem die Vereinsgemeinschaft Au Helmut Schmidt gebeten habe, eine Chronik zu erstellen. Seit Herbst vergangenen Jahres habe dieser Interessierte um sich geschart, die an dem Buch mitarbeiten wollten.
Glücklicherweise standen bereits die von Hans Schleicher verfasste, ungebundene Chronik der Gemeinde zur Verfügung sowie viele persönliche Themensammlungen verschiedener Bürger.
"Wir wollten keine 400-seitige Chronik, in der eh niemand liest, sondern etwas Lebendiges. Deshalb wurden insbesondere die Begebenheiten der letzten 100 bis 150 Jahre in den Mittelpunkt gestellt, so dass sich die Leute darin wiederfinden können", betonte der Ortssprecher. All das Material zu ordnen, zu sichten und zu bearbeiten, sei einer Herkulesaufgabe gleichgekommen.
Als Autorenteam habe sich ein harter Kern von sieben Personen herauskristallisiert, die das Heimatbuch bis heute begleitet hätten. Aus dem Team solle man niemanden herausheben. Sein besonderer Dank aber galt Heinrich Köstner, der als Schriftsetzer für das Layout und das Erstellen der fertigen Vorlage für die Druckerei verantwortlich gezeichnet und somit erhebliche Kosten eingespart habe. Das Heimatbuch ist bei Heinrich Köstner zum Preis von zehn Euro erhältlich.

Viel Lob fürs Gemeinschaftswerk

Voll des Lobes über das gelungene Werk, aber auch das großartige bürgerschaftliche Engagement in Au zeigten sich die Grußwortredner. Der Küpser Bürgermeister Herbert Schneider erinnerte an die schwierigen Zeiten, politischen Veränderungen sowie Kriegswirren mit all ihren schmerzlichen Folgen sowie wirtschaftlichen Problemen der letzten mehr als sieben Jahrhunderte. "Freude und Leid für eine dörfliche Gemeinschaft drücken sich in diesem langen Zeitraum aus", zeigte er sich sicher. Die Menschen hätten sich nicht unterkriegen lassen, sondern mutig, fleißig und gläubig die Herausforderungen der jeweiligen Zeit angenommen.
Stellvertretender Landrat Bernd Steger zeigte sich stolz auf die Dorfgemeinschaften der Marktgemeinde Küps. Er erinnerte an den langen steinigen Weg, bis die Mitglieder der Wehr sowie der Ortsgemeinschaft Au an die bestehende Halle der Alten Schule das Stuhllager und das Feuerwehr-Gebäude angebaut und zugleich ein neues Ortszentrum geschaffen hätten. "725 Jahre - was für eine Länge der Zeit", meinte Diakon Georg Zenk.
Auf großes Interesse stieß eine Ausstellung mit historischen Bildern in der alten Schule. Dabei wurde auch die alte Fahne des Veteranen- und Kriegervereins Au aus dem Jahr 1913 gezeigt, die im Zuge der Geschichtsforschungen aufgetaucht war. Es handelt sich dabei um eine goldbestickte Original-Seidenfahne in einem hervorragenden Zustand. Auch ein Fahnenband und das Protokollbuch des Vereins sind erhalten. Für die musikalische Umrahmung des Sonntagnachmittags sorgte der Musikverein Johannisthal.
Ein voller Erfolg war das Open-Air-Konzert am Samstagabend. Der Sonntag begann mit einem vom Pfarrer Reinhold König zelebrierten Gottesdienst, umrahmt vom Küpser Posaunenchor.