Die Entlassfeier der Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels mit der Verteilung der Zeugnisse für die Abschlussklassen, der Ehrung der Schulbesten, der Ansprache des Schulleiters sowie der begleitenden Musik des vom Leiter Florian Ebert bestens eingestimmten Schulorchesters wurde zu einem herausragenden Ereignis. Konrektorin Silke Fischer hieß neben den Entlassschülern der beiden 9. Klassen und der drei 10. Klassen sowie deren Eltern die Lehrkräfte, den Elternbeirat und Ehrengäste willkommen. Bezugnehmend auf den Text des Songs "Eye Of The Tiger", zu dem die Schüler in die Aula einmarschierten, rief sie den Schulabsolventen zu: "Haltet an euren Träumen fest und kämpft darum, sie am Leben zu erhalten."
Diesmal stellte Rektor Wolfgang Fischer den Pink-Floyd- Song "Another Brick In The Wall" in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. In dem Lied wird als Ausdruck des Strebens nach persönlicher Selbstverwirklichung der damaligen Zeit der Unmut von Schülern über die gefühlte Unterdrückung durch Lehrkräfte geäußert, durch deren Gedankenkontrolle den Kindern Schaden zugefügt werde. Lehrer möchten aber ihren Schülern Werte wie Toleranz, gegenseitige Achtung, Gesprächsfähigkeit, gemeinsames Handeln, Kompetenzorientierung und Teamfähigkeit mit auf den Weg geben.
Dem Liedtext "We don't need thought controll, teacher leave them kids alone" (Wir brauchen keine Gedankenkontrolle, Lehrer lasst die Kinder alleine) hielt der Schulleiter entgegen, dass die Schüler sicher gemerkt hätten, wie wichtig es für sie gewesen sei, jemand zu haben, der sie durch den schulischen Unterrichtsstoff geführt habe. Wenn Pink Floyd zum Schluss singt: "All in all you're just another brick in the wall", so sei das ganz richtig, denn alles in allem sei jeder Einzelne ein Mosaiksteinchen im Gesamtkonzept der Erziehung. Schule habe nach der bayerischen Verfassung nicht nur Wissen und Können zu vermitteln, sondern Herz und Charakter zu bilden, das bedeute unter anderem die Fähigkeiten des Miteinanders zu schulen.


Wichtiger Punkt

Mit der Aushändigung des Abschlusszeugnisses hätten die Schüler einen wichtigen Punkt erreicht, unterstrich Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker. Neue Ziele auf ihrem weiteren Lebensweg müssten sie nun weitgehend selbst festlegen.
Bürgermeister Andreas Hügerich gratulierte den Schülern zum Abschluss. Während der langen Schulzeit hätten sie viele Erfahrungen gemacht, die sie geprägt hätten. Nun sollten sie die Chance nutzen, ihre Träume zu verwirklichen, indem sie einen ihren Neigungen entsprechenden Berufsweg einschlagen.
In Anlehnung an Hermann Hesse ("Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne") legte die evangelische Pfarrerin Anne Salzbrenner den Schülern ans Herz, den Zauber dieses Abends mitzunehmen in ihre berufliche Zukunft. Elternbeiratsvorsitzender Roland Schunk verglich den Lebenslauf der Absolventen mit einem Fluss, der sich von einem kleinen Rinnsal langsam zu einem Strom entwickelt, auf dem man mit dem eigenen Boot nicht immer glatt hindurchkomme, sondern manchmal auch ein bisschen anecke.
Er hoffe aber, dass die jungen Leute das Kapitänspatent schaffen, um auf dem Strom des Lebens bestehen zu können.


Auszeichnung für die Besten

Schließlich durften alle Schüler der Abschlussklassen ihre Zeugnisse entgegennehmen. Eine besondere Ehrung erfuhren die Schulbesten.
Von den 67 Schülern, die den Mittleren Schulabschluss erreichten, erwiesen sich Michaela Schmitt (Notendurchschnitt: 1,2), Gerald Brodkorb (1,67), Saskia Günther (1,67) und Karina Centea (1,89) als die besten Schüler.
Beim Qualifizierenden Mittelschulabschluss, an dem 77 Schüler teilnahmen, schlossen Danny Murmurachi (1,3), Hakare Fedaa (1,7), Michelle Günther (1,8), Anamaria Paraschiv (1,8) und Conny Flieger (1,9) am besten ab.