Eine Diskussion über Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) in der Herzogenauracher Innenstadt möchte die JU-Fraktion in der nächsten Sitzung des Stadtrates anstoßen und stellt dazu einen entsprechenden Antrag. Dabei soll darüber diskutiert werden, wo Modernisierung in Altstädten ansetzen und wie weit sie gehen darf. Überschrieben ist der Antrag mit „Schützen & nützen – Neuer Kompromiss zwischen Altstadt-Fachwerk & aktivem Klimaschutz“. Gefordert wird eine Änderung der Gestaltungssatzung für das Altstadtgebiet.

Nach Auffassung der JU müssen mehr Möglichkeiten zur Primärenergieerzeugung auf dem Stadtgebiet geschaffen werden. Dabei ist der Jungen Union bewusst, dass jeder Zubau von Erzeugungsanlagen immer mit Diskussionen verbunden ist. Ob dies das Thema Flächenverbrauch und die Vereinbarkeit mit der Landwirtschaft beim Zubau von Freiflächenphotovoltaik sei oder weil das Landschaftsbild beim Zubau von Windkraft verändert werde. Es werde immer Gegner und Befürworter geben.

So ähnlich werde es bei diesem Thema auch in der Altstadt sein. „Selbstverständlich soll das Stadtbild von Herzogenaurach erhalten werden“, betont der JU-Fraktionsvorsitzende Konrad Körner. Und sein Stellvertreter Simon Dummer ergänzt: „Gerade die Herzogenauracher Hauptstraße ist mit Türmen, Schloss und Kirche und dem Fachwerk an vielen Stellen dazwischen ein erhaltenswertes Kleinod.“

Bisher gibt es keine Ausnahmen

Gleichzeitig dürften aber die Augen nicht davor verschlossen werden, dass in der jetzigen und aktuellen Zeit Abwägungen neu getroffen und Diskussionen geführt werden müssten. Die Altstadtsatzung sei in diesem Punkt schon seit langer Zeit nicht mehr angepasst worden. „Mit der jetzigen Regelung verhindern wir an vielen Stellen pauschal den Zubau von Photovoltaikanlagen, sobald sie bereits vom Straßenraum einsehbar sind“ erklärte Johannes Wirth, denn es würden weder Ausnahmeregelungen noch Einzelfallentscheidungen zugelassen.

Dazu schlägt die Junge Union vier Alternativen zu §4 der Gestaltungssatzung für die Dachflächen vor. Denn die Bewohner in der Altstadt hätten nicht sehr viele Möglichkeiten zur Energieeinsparung: Bei den meisten Altstadthäusern könne keine Außendämmung angebracht werden und auch die Installation von Wärmepumpen sei nicht möglich.

„Wir brauchen neue und klare Festlegungen“, fordert Dummer. „Vom Klimaschutz in der Innenstadt sind wir meilenweit entfernt, und es wird Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden.“ An den detaillierten Vorgaben soll grundsätzlich nicht gerüttelt werden, dennoch möchte die JU-Fraktion die Satzung auf ein modernes Level heben. „Niemand wird verlangen, dass auf der Stadtkirche eine Photovoltaikanlage aufgesetzt wird“, meint Körner schmunzelnd.

Ergebnisoffen

„Wir wollen mit diesem ergebnisoffenen Antrag den Anstoß zu einer Debatte über mehr Möglichkeiten in diesem Bereich der Nutzung von PV-Anlagen geben. Im Ergebnis kann dies auch bedeuten, dass der Bauausschuss mehr im Einzelfall entscheiden kann, ob die Photovoltaikanlage das Stadtbild dort stört oder nicht“, heißt es bei der Fraktion.