Aurachtal  — Es war eine ausgesprochene kurze Angelegenheit: Die Verabschiedung das Aurachtaler Haushalts verlief im Eiltempo. Die Geschwindigkeit war nicht nur der Pandemie geschuldet, die Kämmerin Katy Schumann hatte das Zahlenwerk gut aufbereitet und präsentierte die wichtigsten Zahlen, an deren Ende es außer einigen Verständnisfragen keine Wortmeldungen gab. " Covid-19 hinterlässt auch im gemeindlichen Haushalt Spuren, aber ich bin überzeugt, dass wir die geplanten Maßnahmen umsetzen können", erklärte Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB).

Das Haushaltsvolumen 2021 beträgt knapp 15,9 Millionen Euro (Vorjahr 15,34) und ist in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 6,3 Millionen Euro (Vorjahr 6,6). In den Ausgaben des Verwaltungshaushaltes ist eine Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 251 692 Euro (Vorjahr 720 021 Euro) enthalten. Für 2021 umfasst der Vermögenshaushalt rund 9,54 Millionen Euro (Vorjahr 8,8). Wie Kämmerin Schumann erklärte, bleiben die Steuersätze (Hebesätze) unverändert. Grundsteuer A und B bei 310 v.H. und die Gewerbsteuer bei 340 v.H. "Nachhaltige Veränderungen zeichnen sich insbesondere bei den Personalausgaben ab", erklärte Schumann. So betragen die Personalaufwendungen knapp 598 000 Euro und machen 10,4 Prozent der bereinigten Ausgaben des Verwaltungshaushaltes aus. Die Ansätze liegen um 22 409 Euro (3,62 Prozent) unter dem Ansatz des Vorjahres und ergeben sich aus Veränderungen bei den Stellenbesetzungen im Bauhof.

Gastschulbeiträge an die Stadt

Die Schulverbandsumlage an die Verwaltungsgemeinschaft Aurachtal für 109 Grundschüler (Vorjahr 115) liegt bei 41 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für den Grundschulbetrieb auf 250 940 Euro. Jeder Grundschüler kostet demnach 2302 Euro. Durch den Schulvertrag mit Herzogenaurach hat die Gemeinde Aurachtal seit 2001 Gastschulbeiträge an die Stadt zu zahlen. Für das Haushaltsjahr 2021 ist die Zahl der Mittelschüler am 1. Oktober 2021 maßgebend und wird für die Festsetzungen der Abschlagszahlungen mit 27 Schülern (Vorjahr 19 Schüler) angenommen.

Zum Stichtag 1. Oktober 2020 haben 25 Schüler aus Aurachtal (Sechs Schüler mehr als bei den Abschlagszahlungen angenommen) die Mittelschule in Herzogenaurach besucht. Die Gesamtkosten werden für 2021 mit 61 300 Euro veranschlagt. Die jährliche Gastschulbeitragspauschale liegt für das Jahr 2021 bei 1525 Euro pro Schüler. Hinzu kommen anteilige Kosten für das Schulgebäude und die Sporthallen sowie die Kosten der Schülerbeförderung. In der Summe liegt der Kostenersatz an die Stadt Herzogenaurach bei rund 2000 Euro je Schüler. Über die Evangelische Kirchengemeinde Aurachtal stehen im Gemeindegebiet 143 Betreuungsplätze für unter 6-Jährige (104 Kindergarten- und 39 Krippenplätze) sowie 65 Plätze für Hortkinder zur Verfügung. Mit Umzug in den Kindertagesstätten Neubau in Falkendorf werden weitere 13 Krippenplätze geschaffen. Als Basiswert für die Förderung von Kindertagesstätten ist 2021 ein Betrag von 1235,77 Euro pro Kind und Jahr für eine tägliche Betreuung von mehr als drei bis einschließlich vier Stunden festgelegt. Je länger ein Kind in der Einrichtung betreut wird, umso höher wird der kommunale beziehungsweise staatliche Zuschuss. Für Kinder unter drei Jahren wird ein 100-prozentiger Zuschlag gewährt, behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder erhalten den 4,5-fachen Satz. Bei Kindern, deren Eltern beide nicht deutschsprachiger Herkunft sind, gilt ein um 30 Prozent erhöhter Zuschuss.

Kommune übernimmt 30 Prozent

Die Einnahmen aus der staatlichen Betriebskostenförderung für Kinder unter drei Jahren liegen 2021 bei 735 000 Euro. Der kommunale Anteil für die Kindertagesstätten "Arche Noah" mit Hort und "Sonnenschein" beträgt 2021 435 000 Euro. Zur Entlastung der Eltern, die für ihre Kinder in den Monaten Januar und Februar 2021 nicht die Notbetreuung in Anspruch nehmen mussten und damit einen erheblichen Beitrag zum Infektionsschutz leisten konnten, und zur Unterstützung des Einrichtungsträgers, der auf Elternbeiträge verzichtet hat, übernehmen die Kommunen pauschaliert 30 Prozent der Kosten als Beitragsersatz. Derzeit besuchen 16 Aurachtaler Kinder andere Einrichtungen außerhalb des Gemeindegebietes.

Kreisumlage wird erhöht

Die Kreisumlage wird auf 1 758 531 Euro angesetzt, ein Plus von sechs Prozent im Vorjahresvergleich. Basis für die Berechnung der Kreisumlage ist die Umlagekraft der Gemeinde, ermittelt aus den Steuereinnahmen 2019 und 80 Prozent der Gemeindeschlüsselzuweisungen für 2020. Diese liegt 2021 mit 3 721 758 Euro um 552 825 Euro (+15,75 Prozent) über dem Wert des Vorjahrs. Neben der Kreisumlage hat die Gemeinde Aurachtal zu 70 Prozent für die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Aurachtal aufzukommen. Auf die Gemeinde Aurachtal entfällt ein Umlagebetrag von 544 000 Euro (Vorjahr 478 200 Euro). Auf den Einwohner bezogen liegt die Steuerkraft bei 1093,90 Euro (Vorjahr 1012,96 Euro) und damit 7,99 Prozent über dem Vorjahreswert. Das entspricht 102,71 Prozent des maßgeblichen Landesdurchschnitts. "Auf der Einnahmenseite stellt der Gemeindeanteil an der Lohn- und Einkommensteuer für die Gemeinde Aurachtal die wichtigste Einnahmequelle dar", betont Schumann. Auf Grundlage der Steuerschätzung vom November 2020 errechnet sich für die Gemeinde ein Beteiligungsbetrag von 2 569 680 Euro und gegenüber dem Haushaltsansatz 2020 einem Rückgang von 102 880 Euro.

1,6 Millionen Euro Schulden

Beim Gewerbesteueraufkommen und der zweitwichtigsten Steuereinnahmequelle, rechnet die Kämmerin coronabedingt lediglich mit Einnahmen einer halben Million Euro. Nach Abzug der Gewerbesteuerumlage bleibt der Gemeinde ein Nettobetrag von 448 530 Euro und die Schlüsselzuweisung für 2021 wurde festgesetzt auf 328 624 Euro.

Die Rücklagen betrugen 1,36 Millionen Euro und werden sich bis zum Jahresende auf 62 000 Euro verringern und bis Ende 2022 durch Grundstücksverkäufe wieder auf rund 2,3 Millionen ansteigen. Die Kreditverbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende 2020 auf rund 1,6 Millionen Euro. Das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 532,65 Euro.