Der Kreisausschuss hatte sich vergangene Woche bereits mehrheitlich dagegen ausgesprochen und nun auch der Kreistag : Mit überwiegender Mehrheit lehnten die Kreisräte eine Prüfung der Möglichkeit von Hybridsitzungen auf Kreisebene ab.

Die Junge Union um Konrad Körner gab noch einmal alles, ihre Kollegen zu überzeugen: „Präsenzsitzungen sind wichtig und sollen auch nicht ersetzt werden“, betonte Körner. Aber es gehe jetzt nur um eine Prüfung durch die Verwaltung, noch nicht um einen Beschluss dafür oder dagegen. „Warum dafür die Tür jetzt zuschlagen?“ Die richtige Fragestellung sei nicht „Brauchen wir das?“, sondern „Warum nicht?“.

Das sahen auch manche Vertreter der Grünen und der CSU so: „Wir sollten nicht vehement ablehnen, was vielen jungen Leuten so wichtig ist“, meinte beispielsweise Silke Kreitz (Grüne). Auch Alexander Schulz ( CSU ) wollte Ton-Bild-Übertragungen als Chance begriffen sehen: „So könnte jeder teilnehmen, der persönlich verhindert ist, der aber gerne teilnehmen möchte.“

Der Großteil der Kreisräte argumentierte jedoch dagegen mit Argumenten wie einem hohen Bürokratieaufwand ( Walter Nussel , CSU ), einem drohenden Verlust der Diskussionskultur ( German Hacker , SPD ), rechtlichen Problemen wie beispielsweise die Sicherstellung der Nichtöffentlichkeit ( Wolfgang Hirschmann , Grüne) und nicht zuletzt einer Druckausübung auf Kreisräte, die einen guten Grund hätten, einer Sitzung fernzubleiben wie Krankheit oder die Betreuung eines kranken Kindes ( Landrat Alexander Tritthart , CSU ). Auch die oft noch fehlerbehaftete Technik war für manche ein Gegenargument sowie die ohnehin vorläufige Befristung dieser Möglichkeit auf Ende 2022.

Manfred Reinhart von der Liste LÖP meinte, man könne doch „langsam anfangen“, zum Beispiel mit einer Übertragung von öffentlichen Sitzungen, um das politische Wirken des Kreistages mehr nach außen zu tragen und die Hürde für Zuschauer zu verringern. Auch wäre es eine Möglichkeit, verhinderten Kreisräten das Zuschalten zu ermöglichen, um Argumente auszutauschen, aber das Abstimmungsrecht nur bei den präsenten Abgeordneten zu belassen. So würde ein rechtliches Problem umgangen.

Am Ende konnten die Gegner jedoch nicht überzeugt werden.