Es kann schnell gehen: Arbeit verloren, Ehe gescheitert und plötzlich ist Frau oder Mann alleinerziehend. Das Geld wird knapp und die Miete kann nicht mehr gezahlt werden. Was tun?

Für solche Situationen gibt es seit Juli in Coburg ein Unterstützungsangebot - die Fachstelle für Wohnungserhalt und Wohnungslosenhilfe. Dafür haben sich Diakonisches Werk und Caritasverband zusammengetan. "Es ist ein ökumenisches Projekt", sagt Stefan Kornherr, Leiter der allgemeinen kirchlichen Sozialarbeit bei der Diakonie. Mit einem Jahr Vorlauf war es als Modellprojekt des bayerischen Sozialministeriums gestartet. "Viele profitieren davon." Und schon jetzt zeichne sich ab, dass es ein erfolgreiches Programm wird. "Beim Wohnen kreuzen sich ja mehrere soziale Bereiche. Verliert man seine Wohnung, dann hat das Auswirkungen auf die Kindererziehung, auf die soziale Teilhabe." Da spiele nicht nur der Wohnungsmarkt eine Rolle, dessen Situation sich auch in Coburg verschlechtere, sondern ebenso die finanzielle Situation der Betroffenen.

Deshalb sei es wichtig, mit unterschiedlichen Institutionen zusammenzuarbeiten, zum Beispiel mit der Wohnbau GmbH, betont Norbert Hartz, Geschäftsführer des Caritasverbands Coburg. Auf der Grundlage dieser Zusammenarbeit sei die Wohnungslosenberatung gemeinsam entwickelt worden. Für den Geschäftsführer der Wohnbau GmbH, Christian Meyer, ist diese Initiative "sehr interessant", wie er sagt. "Wir hatten selbst auch schon über eine solche Beratung nachgedacht, aber bei 3200 Wohnungen, die wir vermieten und der Zahl der Mitarbeiter können wir das nicht leisten", fährt er fort.

Dabei sei eine Wohnungsräumung für ihn und seine Angestellten alles andere als angenehm, oft auch deprimierend. "Darum ist es besser, schon etwas zu tun, bevor es zum Verlust des Wohnraums kommt." Das könnte mit der Fachstelle funktionieren. Ansprechpartnerinnen für Hilfesuchende sind Teresa Falter beim Diakonischen Werk und Katharina Koch beim Caritasverband, zwei Sozialarbeiterinnen, die je 20 Stunden pro Woche für die Fachstelle arbeiten.

Kontakte werden hergestellt

Durch Corona gebe es in der Stadt viele Menschen, die in Kurzarbeit geschickt oder arbeitslos wurden, stellt Teresa Falter fest. Dann drohe schnell der Verlust der Wohnung. "Viele wissen nicht, dass sie rechtzeitig intervenieren können. Hier bieten wir unsere Hilfe an und das Angebot ist niedrigschwellig."

Wenn die Gefahr der Wohnungslosigkeit besteht, bieten die beiden Frauen an, Kontakte zu Entscheidungsträgern und Behörden herzustellen. "Eine Wohnraumvermittlung sind wir allerdings nicht", betont Teresa Falter. "Unsere Klienten sind ganz unterschiedlich", ergänzt Katharina Koch. "Manche schaffen vieles selbst, andere brauchen dringend Hilfe - zum Beispiel psychisch und physisch Kranke oder auch Migranten. Wir sind neutrale Ansprechpartner." Während die Zusammenarbeit mit der Wohnbau GmbH gut klappe, gebe es bei privaten Hausbesitzern mitunter aber auch Probleme bei der Vermittlung zwischen Vermieter und Mieter.

Deshalb streben die Sozialarbeiterinnen eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg an, um auch auf der rechtlichen Seite Sicherheit zu erlangen. Termine mit den beiden können sowohl im Stadtbüro der Diakonie, "Dialog", in der Metzgergasse ausgemacht werden oder direkt bei Teresa Falter oder Katharina Kock.