Die Gemeinde Heßdorf möchte bei den erneuerbaren Energien aufholen und möglichst bald klimaneutral werden. Die Gemeinderäte einigten sich darauf, den Vorbescheid einer Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Straße nach Dannberg zu beantragen.

Sieben Megawatt

Heßdorfs Zweiter Bürgermeister Axel Gotthardt (CSU) erklärte dazu in der Sitzung, dass die neue Anlage mit einer Leistung von rund sieben Megawatt beidseitig an der Straße nach von Dannberg auf einer Fläche von etwa sieben Fußballfeldern entstehen soll. Gotthardt betonte, die Fläche sei sehr gut geeignet und erzeuge mit der entsprechenden Technik etwa zehn Mal mehr Energie als eine vergleichbare Fläche mit Biomasse.

Die Gemeinde geht noch einen Schritt in Richtung Klimaschutz weiter und will rund um die Photovoltaik-Module eine Blühwiese ansäen. Da die Grundstücke im Außenbereich liegen, muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan "Sondergebiet Photovoltaik" aufgestellt werden.

Weit unterm Bundesdurchschnitt

Heßdorf liegt bei den erneuerbaren Energien weit unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Deshalb warb Gotthardts Parteikollege Stefan Reif dafür, Solarmodule gehörten nicht unbedingt aufs Dach.

So käme die Gemeinde mit der geplanten Anlage auf rund 80 Prozent. Wenn dazu auch noch die Dächer der kommunalen Gebäude mit Modulen ausgestattet würden, komme man der Klimaneutralität ein ganzes Stück näher. Denn im Baugebiet Heßdorf-Süd, bei dem die Bauherren zur Installation von Photovoltaikanlagen verpflichtet werden sollen, werde "ein weiterer Schritt in die richtige Richtung vollzogen": "Auch die Gemeinde muss mit gutem Beispiel vorangehen und die eigenen Dächer ebenfalls mit Modulen bestücken", führte Axel Gotthardt weiter aus. Deswegen wurde zu Beginn der Teilnahme an einer kostenlosen Untersuchung durch den Landkreis zugestimmt, die Axel Gotthardt mit initiiert hat und die Auskunft über die Eignung der kommunalen Gebäudedächer geben soll.

Solarenergie auch in Röttenbach

Passend zum Thema wurde auch eine Bauvoranfrage zur Errichtung einer Solarenergie-Gewinnungsanlage am Röttenbacher Weg befürwortet. Eine Feldscheune soll ebenfalls mit Solarmodulen bestückt werden. Dazu muss allerdings noch eine Privilegierung vom Amt für Landwirtschaft und Forsten vorgelegt werden, ergänzte Verwaltungsleiter Martin Hofmann. Das Vorhaben ist verfahrensfrei, wenn die Fläche nicht größer als 100 Quadratmeter Bruttogrundfläche und höchstens 140 Quadratmeter überdachte Fläche hat und nur zur Unterbringung von Geräten oder zum vorübergehenden Schutz von Tieren bestimmt ist. Dem Vorhaben stimmte der Rat ohne jede Diskussion zu.

Nein zum Funkmast

Ein umstrittenes Thema folgte auf der Tagesordnung: der Funkmast bei Klebheim. Über ihn ist bereits viel diskutiert worden. Er beschäftigt die politischen Gremien und auch Juristen bereits seit einigen Jahren. Zusätzlich zu verschiedenen Ortsterminen gab es nun auch eine Bürgerversammlung.

Bei der jetzigen Sitzung stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag zur Errichtung eines "Schleuderbetonmastes mit zwei Plattformen" zu. Seine Höhe soll rund 40 Meter betragen.

Zuletzt wurde der Funkmast im Oktober 2019 ausführlich beraten. Das Gremium stellte damals sein gemeindliches Einvernehmen in Aussicht, wenn die Anlage im südlichen Grundstücksbereich errichtet und die Richtantennen nicht auf die Ortschaft Klebheim ausgerichtet werden. Diese zwingenden Maßgaben werden durch den vorliegenden Bauantrag erfüllt, erklärte der Verwaltungsleiter.

Im Dezember 2019 hatte der Gemeinderat für Urnengräber auf dem Friedhof von Hannberg und damit verbunden einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der nachgewiesenen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 11 000 bewilligt.

Neue Bestattungsformen

Sitzungsleiter Axel Gotthardt erläuterte im Gremium, dass sich unter anderem auch in Hannberg die Bestattungskultur stark verändert habe. Viele ehrenamtliche Helfer hätten deswegen unter der Leitung von Margarete Lauer den Friedhof umgestaltet. Jetzt setze man auf naturnahe, alternative, nachhaltige und weitgehend pflegefreie Bestattungsformen. "Diese im Ehrenamt erbrachten Leistungen sind in ganz besonderer Weise anerkennenswert", lobte er die Leistung der ehrenamtlichen Helfer. Jetzt wird dem Gemeinderat eine weitere Urnenbestattungsform vorgeschlagen: Um einen gepflanzten Baum herum sollen Edelstahlrohre in die Erde eingebracht werden, die bis zu vier Urnen aufnehmen können. Kosten wird dies voraussichtlich rund 10 000 Euro.

Die Verwaltung schlägt vor, dazu die einem früheren Beschluss von Dezember 2019 zugrunde liegende Kostensumme in Höhe von knapp 21 000 um 10 000 Euro zu erhöhen. Der Gemeinderat nahm zustimmend Kenntnis vom Zuschussantrag des katholischen Pfarramts Hannberg und begrüßt die vorgesehenen Maßnahmen am Friedhof Hannberg.