"Vor 15 Minuten haben wir die letzten Zahlen zusammengestellt" - Kämmerer Christian Jakobs präsentierte dem Adelsdorfer Gemeinderat ganz aktuell die Fakten des dritten Quartals. Kein Haushaltsloch ist in Sicht, so dass er allen bescheinigte: "Wir haben gut gewirtschaftet."
Allerdings werden die rund zwei Millionen Euro, die Adelsdorf derzeit angelegt hat, bis zum Jahresende aufgebraucht sein bzw. ein Rest für erst 2017 eingehende Rechnungen zurückgelegt werden.
160 Projekte ganz unterschiedlicher Größe laufen heuer über den Schreibtisch des Kämmerers. Den Stand der wichtigsten stellte er dem Gemeinderat vor. Der Friedhof in Aisch ist fertig, aber es ist noch keine Rechnung da. Die Tiefbaumaßnahmen für den Leitungsringschluss zum Hochbehälter Neuhaus sind abgeschlossen. Hier hat die Kommune bis jetzt 370 000 Euro der angesetzten 1,2 Millionen Euro ausgegeben, denn das Pumpwerk wird erst 2017 gebaut.
Am Feuerwehrhaus in Adelsdorf sind die Betonuntersuchungen abgeschlossen. Die Qualität des Materials ist gut, so dass die Decke über der Schlauchwaschanlage nicht abgebrochen und erneuert werden muss. Nur etliche Korrosionsschäden müssen ausgebessert werden. Dadurch bleiben der Gemeinde hohe Kosten erspart, die nach Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) ein Damoklesschwert waren. Auch bei der Aischer Wehr geht es voran: Ein neues Tor ist bestellt, die Fenster werden sukzessive ausgetauscht.


Förderung läuft aus

Der Kindergarten Sonnenschein wurde am Dienstag bezogen. 667 000 Euro hat die Gemeinde dafür schon gezahlt, aber die Schlussrechnung steht noch aus. Der Kämmerer geht von der Größenordnung 1,3 bis 1,4 Millionen Euro aus.
Für die Erweiterung der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt sind bislang nur Planungskosten angefallen. Der Rat entschied sich, wie schon einmal festgelegt, unter anderem aus Sicherheitsbedenken keine zweite Spielebene in die Gruppenräume zu bauen und auf eine hinterlüftete Fassade zu verzichten. Der Förderantrag und der Bauantrag - Adelsdorf stehen 57 Prozent der Kosten als Zuschuss zu - müssen noch in diesem Jahr gestellt werden, denn die spezielle Krippenförderung des Freistaats läuft zum Jahresende aus.
Trotz etlicher Mehrarbeit wegen des Geländes kommt die Außensportanlage an der Schule günstiger als vorausgesehen. Die Erneuerung kommt auf 96 000 Euro statt angesetzter 105 000 Euro.
Einzig bei den Aufwendungen für das Rathaus wurde der Kostenrahmen überschritten. Das resultiert daraus, dass zusätzlich eine Feuertreppe eingebaut werden muss. Die Ausgaben für Möbel, EDV und Firewall stiegen nicht.
Es klang ein wenig stolz, als Jakobs die Kassenlage vor einem Jahr und die heutige verglich. 2015 hatte Adelsdorf um diese Zeit einen Dispo-Kredit von 770 000 Euro in Anspruch nehmen müssen. Heute keinen. Die Konsolidierung scheint gelungen. Jakobs warnte aber sofort, dass 2017/18 hohe Investitionen anstehen, aber keine Gewinne aus Grundstücksveräußerungen. Zudem wird es wenig Schlüsselzuweisungen geben und die Kreisumlage höher ausfallen - aufgrund der gestiegenen Finanzkraft Adelsdorfs. "Das wird knackig", gab Jakobs für die anstehenden Haushaltsberatungen vor.