„Das Haushaltsjahr 2020 war wieder erfolgreich (…) Wir sind nicht reich, aber sexy“, sagte Bürgermeister Stefan Paulus während der Gemeinderatssitzung am Montag. Mit dem Wörtchen „reich“ will er seine 6700-Seelen-Gemeinde nicht in Verbindung bringen.

Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Bei den Erträgen aus der Gewerbesteuer konnte im Haushaltsjahr 2020 trotz Pandemie ein Rekordergebnis von 3 104 678 Euro erzielt werden – ein Plus gegenüber dem Ansatz von 1,5 Millionen von über 100 Prozent. Zwar entfällt ein Großteil auf Vorauszahlungen. Aber die Zahlen belegen, dass in Knetzgau vor allem der Mittelstand bisher die Krise gut gemeistert hat.

Ebenfalls über dem Ansatz lag wiederum das Ergebnis bei der Einkommensteuerbeteiligung mit einem Plus von rund 277 000 Euro. Im Verwaltungshaushalt 2020 wurde mit einem Überschuss von 1 461 610 Euro gerechnet. Tatsächlich ergab sich ein Plus von 3 762 944 Euro (plus 157 Prozent). Die Rücklage betrug am Jahresende 2020 statt der geplanten 4 661 719 Euro 5 496 129 Euro. Rund 10 000 Euro mussten für sogenannte Negativzinsen aufgebracht werden.

Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2021 beträgt 19 746 600 Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 13 673 600 Euro, der Vermögenshaushalt mit 6 073 00 Euro. 683 680 Euro werden vom Verwaltungs- dem Vermögenshaushalt zugeführt. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 354 Euro und liegt damit weit unter dem bayerischen Durchschnitt von 1254 Euro (Stand 13. Dezember 2019). Der Gesamtschuldenstand liegt bei 2 292 038 Euro. Im Haushaltsjahr 2021 ist keine Darlehensaufnahme vorgesehen.

Hochwasserschutz im Fokus

Die größte Investition ist der Neubau, beziehungsweise die Sanierung der Kindertagesstätten in Knetzgau und Westheim mit 5,45 Millionen Euro, gefolgt vom Neubau des Bauhofs mit 2,4 Millionen Euro, der Dorferneuerung in Knetzgau , Zell und Hainert mit 2,17 Millionen Euro, der Straßensanierung innerorts mit 2,15 Millionen Euro sowie der Sporthallensanierung mit rund 2,13 Millionen Euro.

Die einzelnen Fraktionen des Gemeinderats stimmten dem Haushaltsentwurf für 2021 zu. Mark Zehe ( CSU ) sagte, dass die eingeplanten 162 000 Euro für Maßnahmen zum Hochwasserschutz wohl nicht ausreichen werden. Paulus kündigte an, dass bei der anstehenden Kanalsanierung in Hainert die vorhandene Leitung vergrößert wird, um mehr Hochwasser ableiten zu können. In Westheim soll per Kanalbefahrung nach Schwachstellen gesucht werden. Bei Ortsterminen mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts sollen weitere Maßnahmen abgestimmt werden.

Paulus bedankte sich bei allen Helfern, die bei dem jüngsten Hochwasser im Einsatz waren. Zum Thema Lüftungsgeräte sagte er, dass für alle Kindergärten im Gemeindegebiet Luftaustauschgeräte angeschafft werden sollen. Die Kosten bezifferte er auf rund 150 000 Euro, die zu 50 Prozent vom Freistaat Bayern bezuschusst werden. Im Herbst solle darüber ein Beschluss gefasst werden.

Um Personalausfälle in Kindergärten auszugleichen, sei geplant, ab September einen „Springer“ oder eine „Springerin“ einzustellen, erfuhr der Gemeinderat .