Seit fast 25 Jahren steht die ehemalige Metzgerei in der Landgerichtsstraße 7 in Hofheim leer – ab 30. Oktober erwacht sie für vier Wochenenden zu neuem Leben. Dann startet der Landkreis die Aktion „Kunst im Leerstand“, für die Kulturstelle und Regio-nalmanagement zusammengearbeitet haben.

„Mit unserem Projekt wollen wir das Thema Innenentwicklung in den Fokus rücken und gleichzeitig Künstlerinnen und Künstler aus dem Landkreis stärken“, sagt Katharina Eckstein, Koordinatorin für Kultur und Bildung im Landkreis Haßberge. So öffnen im Projektzeitraum vier Leerstände – je einer aus einer der vier Gemeindeallianzen im Landkreis – ihre Tore für alle Kunstinteressierten . Neben der Hofheimer Metzgerei handelt es sich dabei um das ehemalige Rathaus , Bachgasse 2 in Gädheim, eine ehemalige Videothek in der Neubrückentorstraße 3 in Ebern und den ehemaligen Jugendtreff in der Hauptstraße 34 in Breitbrunn. Mit tatkräftiger Unterstützung und Mitwirkung von sieben bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus dem Landkreis ist es gelungen, vier ungewöhnliche Ausstellungen in den Leerständen aufzubauen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Zudem werden in jeder Ausstellung die Gewinnerbilder des Regionalmanagement-Fotowettbewerbs „Neue Perspektiven“ gezeigt. Der Besuch der Ausstellungen ist kostenlos, bei einer Inzidenz über 35 gilt die 3G-Regel.

Gädheim: Ausstellungen vom 30. Oktober bis 21. November, Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr: Der Künstler Hannes Betz greift mit seinem Motto „Renovatio – Erneuerung“ am 30. und 31. Oktober sowie am 6. und 7. November im ehemaligen Rathaus in Gädheim den Grundgedanken von „Kunst im Leerstand“ direkt auf. Er wird am 30. und 31. Oktober selbst vor Ort sein und Interessierten seine Kunst vorstellen. Christine Welsch und Roland Merklein von der Haßfurter Galerie Artmore werden dann an den Wochenenden vom 13. bis 21. November in Gädheim in einer zweiten Ausstellung Werke aus ihrer Galerie präsentieren. An all ihren Öffnungstagen steht einer der beiden vor Ort für Fragen zur Verfügung.

Hofheim: Ausstellungen vom 30. Oktober bis 21. November, Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr: Wer gleich am ersten Wochenende eine weitere Ausstellung besuchen möchte, kann in der ehemaligen Metzgerei in Hofheim bis zum 7. November die Kunst von Inge Hahn auf sich wirken lassen. Mit dem Thema „Animalisch – Das Tier und ich“ geht sie auf die Geschichte des Ausstellungsgebäudes ein. Hahn bietet am 31. Oktober um 14 Uhr und am 6. November um 11 Uhr jeweils eine Führung an. Ab 13. November kann in Hofheim dann die Glaskunst von Olaf Schönherr bestaunt werden, der während der Öffnungszeiten permanent anwesend sein wird.

Breitbrunn: Ausstellung vom 13. bis 21. November, Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr: Im ehemaligen Jugendtreff in Breitbrunn zeigt die Künstlerin Barbara Gröhling ab 13. November mit ihren „Spielereien“ überdimensionale Spieleklassiker und hat so ebenfalls ein Thema gewählt, das gut zur Geschichte des Leerstands passt. Sie wird am 13. und 21. November selbst die Ausstellung betreuen.

Ebern: Ausstellung vom 13. bis 21. November, Samstag und Sonntag von 11 bis 16 Uhr: In der ehemaligen Videothek in Ebern führt zudem ab 13. November Chris Atkinson-Price die Besucher mit ihrer Fotokunst in die „Mythen des Waldes “ ein. Dabei handelt es sich um bearbeitete Naturfotografien, die in der Corona-Zeit entstanden sind. Zusammen mit ihrem Mann wird sie durchgehend als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.

Innenentwicklung – wichtiges Thema der Gemeindeallianzen: Im Landkreis Haßberge gibt es vier Gemeindeallianzen: Allianz Hofheimer Land, Lebensregion Plus, Baunach-Allianz und die Allianz Main & Haßberge . Ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Gemeinde-Allianzen ist die Innenentwicklung. Sie wollen verhindern, dass Innenstädte vereinsamen und sich das Leben immer weiter nach außen verlagert. „Wir bedanken uns herzlich bei den Alllianzmanagern, denn sie waren aktiv an der Suche nach geeigneten Leerständen beteiligt“, erklärt Regionalmanagerin Sonja Gerstenkorn. „Durch die Kombination leer stehender Gebäude mit zeitgenössischen Kunstwerken erhoffen wir uns nun reizvolle Kontraste und Denkanstöße. Vielleicht wird so sogar der ein oder andere Leerstand einer neuen Nutzung zugeführt.“

Näheres zum Projekt unter www.kulturraum-hassberge.de. Für nähere Auskünfte sind die Kulturbeauftragte des Landkreises, Katharina Eckstein, oder Regionalmanagerin Sonja Gerstenkorn zu erreichen unter den Telefonnummern 09521/27674 beziehungsweise - 344 oder per E-Mail an kultur-raum@hassberge.de. red