Grünen-Bundesvorsitzender Banaszak stattet Haßfurt einen Besuch ab

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Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, informierte sich bei den Stadtwerken Haßfurt über das kommunale Engagement im Bereich erneuerbarer Energien.
Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, informierte sich bei den Stadtwerken Haßfurt über das kommunale Engagement im Bereich erneuerbarer Energien.
Christian Licha

Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Felix Banaszak , hat Haßfurt besucht. Bei einem Termin beim Stadtwerk informierte er sich am Sonntag über das Leistungsspektrum des kommunalen Unternehmens und verschaffte sich insbesondere einen Überblick über dessen Aktivitäten im Bereich erneuerbarer und zukunftsorientierter Energieformen. Der Bundestagsabgeordnete aus Duisburg ermöglichte den Besuch kurzfristig, nachdem er zuvor am Neujahrsempfang des Grünen-Kreisverbandes Schweinfurt in Schwebheim teilgenommen hatte.

Trotz der kurzen Vorlaufzeit freuten sich Margit Pickel-Schmitt und Anna Luckhardt, die beiden Vorsitzenden des Kreisverbands Haßberge, rund 40 Mitglieder und Interessierte begrüßen zu können. Felix Banaszak zeigte sich beeindruckt von den Leistungen des Stadtwerks Haßfurt .

Der frühere Geschäftsführer Norbert Zösch erläuterte, dass die Stadt bereits kurz vor der Jahrtausendwende konsequent auf erneuerbare Energien gesetzt habe. Heute verfügt Haßfurt über mehrere große Photovoltaikanlagen sowie einen Bürgerwindpark mit einer Gesamtleistung von mehr als 60 Megawatt. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Biogasanlage, die auch unabhängig von Sonne und Wind Strom und Wärme liefert. Insgesamt erzeugen die Stadtwerke damit rund das Dreifache des Strombedarfs der Haßfurter Bevölkerung. Überschüssige Energie wird in einer Power-to-Gas-Anlage in erneuerbaren Wasserstoff umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist, wo sie gespeichert und später wieder genutzt werden kann.

Energiewende als Chance

Der Grünen-Bundesvorsitzende ging auch auf die aktuelle politische Lage ein. „Der Wind, der uns gerade begegnet, ist nicht immer nur Rückenwind“, sagte Banaszak mit Blick auf den vergangenen Bundestagswahlkampf . Gerade in Zeiten von Gegenwind komme es darauf an, aus schwierigen Situationen neue Energie zu gewinnen. Entscheidend sei, ökologische Politik als Politik für alle zu begreifen. Klimaschutz dürfe Menschen nicht beschämen, sondern müsse realistische Lösungen bieten. Beim Thema Verkehr bedeute das etwa, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und sicherer Radwege voranzubringen, ohne individuelle Mobilität pauschal zu verurteilen.

Auch bei der Wärmewende plädierte Banaszak für realistische Zeiträume und Planungssicherheit. Klimaneutralität bis 2045 lasse sich nur erreichen, wenn Investitionen langfristig gedacht würden. Als positives Beispiel nannte er Kommunen, die durch Einnahmen aus erneuerbaren Energien neue finanzielle Spielräume gewonnen hätten. Diese Erfahrungen zeigten, dass Energiewende nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich Chancen eröffne.