62 Jahre ist eine Frau aus einer Ortschaft im Maintal. Sie wurde im März 2021 mehrmals erwischt, als sie ohne Fahrerlaubnis fuhr – auch ihr Fahrzeug war nicht versichert. Außerdem baute sie einen Unfall mit einem Schaden von 1600 Euro.

Und nun saß sie vor Gericht, wo ihr von der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Fahren ohne Fahrerlaubnis und ohne Haftpflichtversicherung vorgeworfen wurde. Die Angeklagte machte einen psychisch angeschlagenen Eindruck.

Die ledige Altenpflegerin, derzeit ohne Arbeit, sagte aus, ihr sei schon bewusst gewesen, dass sie nicht hätte fahren dürfen. „Ich streite nichts ab.“ Ihr war die Fahrerlaubnis im Jahr 2019 entzogen worden. Als Grund, warum sie gefahren war, sagte sie, dass sie Pflanzen und Pflanzerde holen wollte und diese nicht anders hätte transportieren können. Die Angebote seien günstig gewesen und sie habe das ausnutzen wollen. Sie habe nicht viel Geld, weil sie Hartz IV beziehe. Außerdem sprach sie davon, dass überall Naturkatastrophen seien und man dafür sorgen müsse, sich selbst zu versorgen. Die Fahrstrecke habe auch nur sieben Kilometer betragen. Wenn sie Sorgen habe, trinke sie.

Auf die Frage von Richterin Anne Völkl, wie viel sie denn trinke, sagte die 62-Jährige: „So einen halben Kasten am Tag.“ Wie die Angeklagte weiter angab, sei sie derzeit wegen psychischer Probleme nicht arbeitsfähig. Außerdem habe sie viel Angst vor dem Strafverfahren . Bei ihren Ausführungen begann sie zeitweise zu heulen. Einen Führerschein habe sie nicht machen können, weil ihr hierzu das Geld gefehlt habe.

Die Richterin stellte fest, dass es von der Angeklagten drei Einträge im Bundeszentralregister gebe: zweimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und einmal wegen Trunkenheit im Verkehr . In ihrem Plädoyer beantragte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Monaten zur Bewährung, auch sei der Pkw einzuziehen. In ihrem letzten Wort sagte die Angeklagte , dass alles stimme.

Das Gericht verhängte sodann eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss die 62-Jährige sich zwölf Monate einer Suchtberatung unterziehen und sich um einen Therapieplatz bemühen. Sie wurde auch einem Bewährungshelfer unterstellt. Fast dankbar nahm die Angeklagte das Urteil an. Ihre große Sorge war wohl gewesen, dass sie ins Gefängnis muss.