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Wimmelbach
wimmelbach.inFranken.de  An der Vereinsspitze gibt es einen Wechsel. Aber die Feuerwehr kämpft wegen Personalmangels um die Eigenständigkeit.

Harald Preußner löst Dieter Sawinsky ab

Nach 20 Jahren an der Vereinsspitze stellte sich Dieter Sawinsky in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wimmelbach nicht mehr einer Wiederwahl. Sein Stellvertreter Sebastian Trautner...
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Sebastian Trautner (r.) dankte dem scheidenden Vorsitzenden Dieter Sawinsky (2. v. l.) für seine 20-jährige Tätigkeit als Vereinsvorsitzender. Mit auf dem Bild der neue Vorsitzende Harald Preußner (2. v. r.) und Wahlleiter und Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert Foto: Mathias Erlwein
Sebastian Trautner (r.) dankte dem scheidenden Vorsitzenden Dieter Sawinsky (2. v. l.) für seine 20-jährige Tätigkeit als Vereinsvorsitzender. Mit auf dem Bild der neue Vorsitzende Harald Preußner (2. v. r.) und Wahlleiter und Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert Foto: Mathias Erlwein

Nach 20 Jahren an der Vereinsspitze stellte sich Dieter Sawinsky in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wimmelbach nicht mehr einer Wiederwahl. Sein Stellvertreter Sebastian Trautner dankte ihm für seine Verdienste um den Feuerwehrverein: "Du warst 20 Jahre die Speerspitze in unserem Verein, immer mit viel Herzblut und Engagement."

Der neue Vorsitzende Harald Preußner musste sich nach seiner Wahl erst einmal den meisten Mitgliedern vorstellen, da er aktuell noch gar nicht in Wimmelbach, sondern in Forchheim wohnt. In absehbarer Zeit wird der 64-jährige Pensionär mit seiner Frau und seinen Kindern aber in das sich noch im Rohbau befindliche Eigenheim im Ort einziehen.

Zu seinem neuen Amt ist er gekommen, weil er von Feuerwehrmitgliedern angesprochen wurde. Ihm wurde berichtet, dass es Probleme gäbe, einen Nachfolger für Dieter Sawinsky zu finden. "Wenn Ihr keinen findet, nehmt mich", zeigte der "Zugezogene" Bereitschaft und wurde daraufhin prompt gewählt. Als Stellvertreter steht ihm Daniel Trautner zur Seite. Der bisherige Zweite Vorsitzende wird künftig die Kassengeschäfte führen und löst damit Walter Gößwein ab, der das Kassenamt zwei Jahre lang kommissarisch führte. Neuer Schriftführer ist Florian Wölker, er wurde für Nikolaus Keiner als Nachfolger gewählt. Als Kassenprüfer bestätigte die Versammlung Peter Gügel und Herbert Stilkerich.

In den Vereinsausschuss wurde als Vertreter der passiven Mitglieder der ehemalige Vorsitzende Dieter Sawinsky gewählt, die aktiven Mitglieder werden von Benedikt Saffer, Markus Eckert, Andre Lindenberger und Matthias Zirkel vertreten.

Die aktive Truppe der Feuerwehr Wimmelbach steht allerdings am Scheideweg. Dies wurde in der Dienstversammlung im Anschluss an die Jahresversammlung des Feuerwehrvereins den Mitgliedern deutlich vor Augen geführt. Als Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) die Situation am Rednerpult erläuterte, herrschte betretenes Schweigen. In den letzten Monaten hat sich die Anzahl der Feuerwehrdienstleistenden in Wimmelbach dramatisch verringert. Nur noch zehn Personen leisten Dienst. Die nicht ausreichende Mannschaftsstärke in Zusammenhang mit einer geringen Übungsbeteiligung veranlasste den stellvertretenden Kommandanten Andre Lindenberger, von seinem Amt zurückzutreten. Gemeinsam mit Kommandant Matthias Zirkel unterrichtete er Ruppert von der Situation. Brandschutz und Technische Hilfeleistung könnten von der FFW Wimmelbach - insbesondere bei Tagesalarm - nicht mehr gewährleistet werden. Um zu erörtern, wie es weitergehen soll, waren von der Feuerwehrführung des Landkreises Kreisbrandrat Oliver Flake, Kreisbrandinspektor Johannes Schmitt und die beiden Kreisbrandmeister Willi Kupfer und Harald Kraus nach Wimmelbach gekommen.

"Sollte sich die Personalstärke im aktiven Dienst bis diesen Sommer nicht auf eine ausreichende Mindestzahl erhöhen, ist die Gemeinde rechtlich gezwungen, erforderliche Konsequenzen zu ziehen", erläuterte Bernd Ruppert. Gesetzliche Option dabei wäre die Schaffung einer unselbstständigen Löschgruppe Wimmelbach, die unter Federführung der Nachbar-Feuerwehr Hausen agiert. Eine weitere Option sei es, eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen. Alle Frauen und Männer aus Wimmelbach im Alter zwischen 18 und 65 Jahren würden dann dienstverpflichtet werden.

Doch so weit sei es noch nicht, "wir werden alles dafür tun, um die freiwillige Feuerwehr in Wimmelbach zu erhalten", gab sich Ruppert kämpferisch. Er ist sich sicher, dass Wimmelbach im Landkreis keinen Einzelfall beim Fehlen der Tagesalarmsicherheit darstellt. Zunächst soll ein Brief an alle Feuerwehrkräfte im Ort deren Übungsmotivation wecken. Als zweiter Schritt ist ein Schreiben an alle Wimmelbacher Haushalte geplant, in dem um Mithilfe beim Erhalt der Ortswehr gebeten wird. erl

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