Unter dem Motto "Jetzt pack doch mal das Handy weg!" hatte die Stadtbibliothek zusammen mit der Volkshochschule Hammelburg den Berliner Medienexperten Thomas Feibel eingeladen, über die Medienerziehung unserer Kinder aufzuklären. In seinem Vortrag meint er, "das Smartphone ist eine Kulturtechnik, die man erlernen muss", und die Schule sei eigentlich ein geeigneter Ort dafür. Er hält nichts von einem generellen Handy-Verbot, sondern plädiert für den gezielten Einsatz im Unterricht.

Dafür müsse ein Smartphone phasenweise erlaubt sein. "Regeln statt Verbote" und die Erarbeitung einer "digitalen ethischen Schulordnung", die jede Schule individuell zusammen mit Lehrern, Eltern und Schülern erstellt, führen bei Schülern zu mehr Verständnis und laut Aussage eines Schuldirektors sogar zu mehr Aktivität auf dem Pausenhof. Auch zu Hause müssen Regeln aufgestellt werden, und am besten vor dem ersten Handy-Kauf ein "Medien-Führerschein" (Buch von Thomas Feibel) erarbeitet werden. Um erst mal ein Handy zu bekommen, würden Kinder alles tun, sagt er augenzwinkernd - auch so ein Buch durcharbeiten, das Eltern eine wertvolle Hilfestellung sein kann.

Aber kennen Kinder auch die Auswirkung von sozialen Netzwerken? Reicht ihre Urteilsfähigkeit, um zu erkennen: Stimmt das alles, was im Netz steht? Welche Daten werden durch kostenlose Apps abgegriffen? Feibel stellt dar, wie Auszubildende Briefe und Mails an Vorgesetzte schreiben, als ob sie an einen Freund per Messenger-Dienst schreiben ohne Anrede und höflichen Abschluss. Er fordert Eltern auf, sich mehr Wissen anzueignen, damit Medienerziehung gelingt. red