Zur jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Eggolsheim kamen viele Zuschauer. Kein Wunder, stellte doch Jörg Bierwagen vom Büro Christofori & Partner die Verkehrsanalyse vor, die im Rahmen des Isek beauftragt worden war.
Bierwagen stellte in der Analyse die Auslastung der Straßen mit Durchgangsverkehr ebenso vor wie die innerörtliche Parkraumsituation. "Der Straßenquerschnitt ist leistungsfähig", stellte er fest. Etwa 3400 Verkehrsbewegungen wurden beispielsweise auf der Hauptstraße/ westliche Schulstraße gezählt. Die Straßen seien nicht überlastet. Während die aus westlicher Richtung kommenden Kraftfahrzeuge vor allen Dingen den Ort selbst ansteuerten, zählten Dreiviertel der Fahrzeuge aus der Gegenrichtung zum Durchgangsverkehr.
An den Knotenpunkten müssten die Autofahrer weniger als zehn Sekunden warten: sowohl an der Kreuzung von Hauptstraße und Schulstraße als auch an der Kreuzung Forchheimer Straße und Am Hirtentor.


Sechs Meter breit

Selbst bei einer Nachverdichtung im Ortskern mit 25 neuen Anwesen wären es weniger als 100 zusätzliche Fahrbewegungen, konstatierte Bierwagen.
Anschließend stellte Bierwagen vor, wie sich die Verkehrssituation in Eggolsheim verbessern ließe und schlug lediglich behutsame Eingriffe und einzelne Maßnahmen vor. Den Umbau der Kreuzung von Haupt- und Schulstraße zu einem Kreisel fand er nicht empfehlenswert und riet entschieden ab. Die Breite der Hauptdurchgangsstraße könne auf sechs Meter reduziert werden und die zugelassene Geschwindigkeit - in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde - auf 30 km/h reduziert werden.
Würden die Einmündungen klarer abgesetzt, sei die Verkehrsführung deutlicher, erklärte der Planer vor den Eggolsheimer Gemeinderäten. Die östliche Hartmannstraße könnte er sich als "shared space" vorstellen, bei dem sich die Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer den Raum teilen. So würde nicht nur der Eggerbach erlebbar, sondern die Fläche den Bürgern zurückgegeben. Für den Parkraum schlug Bierwagen ein Parkleitsystem vor, bei dem die Parkzeit zum einen begrenzt und gleichzeitig überwacht würde und wies darauf hin, dass Anlieger auf ihrem privaten Grund parken sollten - und nicht im öffentlichen Raum.
Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) wünschte anschließend, diese Ausführungen erst einmal "setzen zu lassen", so dass jeder für sich und in den einzelnen Gruppierungen darüber nachdenken und diskutieren könne: "Alle, deren Interessen davon betroffen sind, sollten eingebunden werden." Er beurteilte die Analyse und die darauf beruhenden Vorschläge als fundiert: "Jetzt haben wir konkrete Zahlen für die Hartmannstraße und die Hauptstraße."