Ein zweites Mal auf der Tagesordnung des Gemeinderates Adelsdorf fand sich der Bauwunsch einer Heppstädterin. Dabei ging es um ihre sowie eine weitere Grundstücksfläche von zusammen 3100 Quadratmeter am nördlichen Ortsrand von Heppstädt, auf der sie eines von zwei Wohnhäusern zur Ortsabrundung errichten wollte. Doch ihr Anliegen hatte bei der Sitzung am 28. Oktober bei mehreren Fraktionen Befremden hervorgerufen, da für dieses Bauvorhaben der neue Flächennutzungsplan nicht abgewartet werden sollte. Zudem hatte Norbert Lamm (SPD) Bedenken wegen der Größe geäußert. Am Mittwochabend sollte über den von Bürgermeister Karsten Fischkal vorgeschlagenen Kompromiss, die Häuser auf 2000 Quadratmeter Grundstücksfläche zu bauen, entschieden werden. Matthias Rühl vom Büro Stadt Land in Neustadt stellte den Planentwurf vor, in dem die beiden Häuser auf einer Grundstücksfläche von 1960 Quadratmetern erbaut werden könnten. Erneut entbrannten Diskussionen.

"Ich sehe in dem Grundstück keine Ortsabrundung", erklärte Michael Auer. "Das geht in die Landschaft rein, da würde doch die Möglichkeit geschaffen, dass links davon gebaut werden kann." Rühl erklärte daraufhin, dass im wirksamen Flächennutzungsplan der Bereich bereits eingezeichnet sei, was Fischkal unterstrich: "Es ist nicht so, dass wir da was billigen, was wir bei anderen nicht billigen."

Ralf Olmesdahl (AB-WI) störte sich wie Jörg Bube (SPD) an der Gesamtfläche, die mit 3130 Quadratmetern angegeben wird. "Das waren vorher 4800 Quadratmeter", erläuterte Rühl. "Die private Grundstücksfläche beträgt 1960 Quadratmeter, dazu kommen die ökologische Ausgleichsfläche und die nötigen Erschließungsflächen, dadurch sind es 3130 Quadratmeter."

"Mir kommt das vor wie ein Gefälligkeitsbeschluss", warf Norbert Lamm in den Raum: "Eine komische Geschichte: Wer weiß, welche politischen Kräfte hier wirken? Mir kommt das seltsam vor."

"Wo hier eine Gefälligkeit sein soll, weiß ich nicht", hielt ihm Fischkal entgegen. "Wir haben hier jemanden, der nicht warten und jetzt bauen möchte. Sobald jemand mal einen Onkel gehabt hat, der irgendwann mal im Gemeinderat gesessen hat, ist das gleich Mauschelei!" Nico Kauper (CSU) unterstützte dies mit der Aussage, grundsätzlich habe jeder Bürger das Recht, einen Antrag zu stellen. "Ich weiß nicht, warum wir hier jetzt so ein ,Aufgeschau‘ machen. Ich weiß nicht, warum wir den Leuten was in den Weg legen sollen."

Tim Scheppe (FW) bezeichnete Lamms Worte als "eine Entgleisung von vorne bis hinten, eine bodenlose Frechheit!"

Peter Müller (Bürger-Dienste) meinte, solche Unterstellungen seien hier fehl am Platz.

Letztlich wurde dem Aufstellungs- und dem Billigungsbeschluss mit 13:7 Stimmen entsprochen. Der Auslegungsbeschluss, der den Bürgern vom 14. Dezember bis 15. Januar Zeit gibt, Bedenken zu äußern, ging mit 17:3 Stimmen durch. bs