Michael Busch Es ist so unspektakulär: Da ist eine ganz normale Tür im dritten Stock des Puma-Gebäudes im Norden der Stadt Herzogenaurach. Eine ganz normale Tür. Wenn man davor steht, geht es rechts zur Kantine, linker Hand ist offensichtlich ein "normales Büro". Aber diese eine Tür hat es in sich, naja besser wohl hinter sich. Harry Huk, Projektplaner bei Puma für die diversen Neubauten, schließt diese Tür sichtlich genüsslich auf. "Sie sind der erste Journalist, der mal auf die andere Seite schauen darf", erklärt er. Offiziell sind zurzeit nur die Bauarbeiter auf der anderen Seite des Hans-Ort-Rings. "Die Bauabnahme haben wir hinter uns gebracht", sagt Huk. Die Verbesserungen werden durch die verantwortlichen Firmen vorgenommen.

Der Umzug steht an

Der Zeitplan ist eng gesteckt. Denn im Januar soll es zur Gesamtabnahme kommen. Werden jetzt noch die IT-Kabel überprüft, die Sicherheitseinrichtungen wie Brandmelder getestet, muss im Januar dann alles funktionieren. Doch Huk ist optimistisch. "Man mag es immer nicht glauben, aber wichtig sind die Planungen vorab. Wenn die gut sind, habe ich später keinen Ärger mehr." Ein Unternehmen wie Puma mag sich solche Baupannen wie in der Elbphilharmonie oder dem Berliner Flughafen auch gar nicht leisten wollen.

Nach der Abnahme kommt es zum Umzug. Im März soll der vollzogen werden, im laufenden Betrieb. Unternehmenssprecher Ulf Santjer erklärt: "Es werden Kollegen aus der Würzburger Straße hier einziehen, es werden einige Kollegen aus dem Nachbarhaus kommen, es wird ganz neue Gruppierungen geben." Vier bis sechs Wochen sind für den eigentlichen Umzug veranschlagt. Dann wird die Brücke geöffnet sein, dann wird es auf der anderen Seite, 85 Meter vom Eingang entfernt, auch keine Bautüre mehr geben. Es werden regelrechte Tore zu den Gebäudeteilen sein. "Genutzt wird die Brücke auf alle Fälle", sagt Santjer. "500 Menschen arbeiten in dem neuen Trakt und die Kantine ist auf der anderen Seite."

Die Brücke ist erstaunlich leise, obwohl die Staatsstraße drunter entlangführt. "Schallschutz", meint Huk. Schallschutz, der an anderer Stelle auch eine wichtige Rolle spielt. Denn die Konferenzräume liegen ebenfalls in Richtung Verkehrsader. Allerdings ist es ruhig - Schallschutz 4 - wie der Profi erklärt. Für den Laien setzt er nach: "Spezielle Fenster, spezielle Decken, ein lärmmindernder Boden." Ideale Bedingungen für Konferenzen. Es hört sich bereits in dem leeren Raum ein wenig an, als ob man Kopfhörer aufhabe. Jeder Ton ist klar, ein Flüstern auch auf der anderen Seite des Raumes zu hören.

Ein Blick lohnt sich auch auf den hinteren Teil des Gebäudes. Ein Soccerplatz, ein Beach-Vollyball-Feld, ein Basketballplatz, eine Yoga-Hütte - die Sportler in der Firma werden verwöhnt. Aber auch Parkplätze, deutlich mehr als der Schlüssel der Stadt Herzogenaurach vorgibt, säumen das Gebäude. "Im unteren Stockwerk haben wir noch einen Fitnessraum, der keine Wünsche offen lässt", ergänzt Huk.

Sport ist wichtig

"Mit großen Scheiben, ohne trennende Verstrebungen, damit die Aussicht passt." Kleinigkeiten, die aber aus Sicht der Firmenleitung wichtig sind. Immerhin geht es um sportliche Motivation in einem knallharten und umkämpften Markt. Immerhin hat man den Konkurrenten aus dem Gebäude heraus gut im Auge. Auch dort stehen Kräne, die anzeigen, dass man sich bei Adidas auch weiterentwickelt.

Aus einem anderen Raum heraus geht es auf eine besondere Terrasse. Ein Highlight in dem Gebäude. Denn die wenigsten Firmen geschweige denn Privatleute, dürften ein "Green", eine Golfbahn, um putten zu trainieren, auf dem Balkonhaben. Puma schon.