Adelsdorf  — Das katholische Pfarramt St. Stephanus von Adelsdorf schickte am gestrigen Sonntag Pater Jeremias George eine Videobotschaft mit Glückwünschen und einer Scheckübergabe nach New York. Der Geistliche feierte seinen 70. Geburtstag.

Im vergangenen Sommer war Pater Jeremias der neue Urlaubsvertreter von Pfarrer Thomas Ringer in Adelsdorf. Jeremias stammt aus einem armen Fischerdorf namens Enayam Puthenthurai in der Diözese Kottar, Bundesstaat Tamil Nadu, an der Südspitze Indiens. Der Pater kümmert sich schon immer um die Armen seiner Heimat, in der große Not und Elend herrschen. Hier wütete Weihnachten 2004 auch der schreckliche Tsunami. Mit Spenden aus dem Raum Höchstadt wurde daraufhin eine Schule gebaut und im Jahr 2006 eröffnet. Seit 1998 schon hat Jeremias das Projekt Kinderpatenschaften initiiert.

Anfang Mai dieses Jahres hatte Pfarrer Thomas Ringer einen verzweifelten Hilferuf von Pater Jeremias an seine Pfarrgemeinde weitergegeben. Dieser schrieb damals: "Neben Covid-19 ist auch der Hunger in Afrika und Indien die Todesursache für viele Menschen. Die momentane Ausgangssperre, die ja wichtig und hilfreich ist, bereitet unseren Armen viel Kummer. Die Menschen können nicht mehr zur Arbeit gehen, also haben sie auch nichts zu essen, und man sagt, es würden bei uns mehr Menschen durch die große Hungersnot als durch Corona sterben."

Geburtstagsständchen

Der Hilferuf stieß auf offene Ohren, und so kam eine stattliche Summe von knapp 14 000 Euro zusammen.

Pater Jeremias sitzt momentan in New York wegen Covid-19 fest. Er hatte von 16. Januar bis 15. April Dienst in einer Pfarrgemeinde in New York. Außerdem wurde sein Herzschrittmacher kontrolliert. Nun wartet er seit 15. April auf eine Ausreisemöglichkeit. Eigentlich sollte er im August wieder die Urlaubsvertretung für Pfarrer Ringer übernehmen - was nun nicht möglich sein wird.

Gestern hatte der Pater in New York seinen 70. Geburtstag, und als Überraschung sangen ihm die Gläubigen von St. Stephanus am Ende des Sonntagsgottesdienstes ein Geburtstagsständchen. Pfarrer Thomas Ringer überreichte ihm zusammen mit Julia Hitschfel, der Vorsitzenden des Missionskreises, symbolisch den Scheck - alles natürlich gefilmt.

Per WhatsApp erreichte ihn dann diese schöne Botschaft in New York. Hitschfel bedankte sich natürlich auch bei allen Spendern, und Pfarrer Ringer bedauerte es sehr, dass der geplante Besuch in Indien im Herbst - dank Corona - nicht stattfinden kann. "Vielleicht klappt es ja im kommenden Jahr?", meinte er hoffnungsvoll.