Ihren 90. Geburtstag feierte Gabriele Hauk aus Oesdorf. Corona-bedingt fand die Feier nur im engsten Familienkreis statt.

Wenn Gabriele Hauk jetzt mit 90 Jahren auf ihr Leben zurückblickt, kommt ihr immer wieder ihre Kindheit in Erinnerung. Sie und ihre Schwester Maria waren meistens nur bei der Mutter, vor allem als ihr Vater im Krieg war. Aufgewachsen ist sie in Landsberg an der Warthe und wurden am 30. Januar 1945 von den Russen vertrieben. Der Vater wurde von den Amerikanern nach Dachau gebracht und war dort von 1945 bis 1948 im Lager, bevor er freigelassen wurde.

"Wir sind nach der Vertreibung erst in Ostprignitz untergekommen. Anschließend kamen wir nach Wittenberge bei Weisen, wo uns eine Familie ihr Schlafzimmer zur Verfügung stellte. 1950, mit 20 Jahren, ging es weiter nach Herrsching am Ammersee, wo die Jubilarin eine Ausbildung als Säuglingsschwester absolvierte. Ihren Mann Max Hauk aus Lodz lernte sie, wie es für viele junge Frauen damals üblich war, über die Zeitschrift "Heim und Welt" kennen. Ein Jahr später heiratete man. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Nach der Geburt ihres ersten Kindes (auf Martin 1960 folgten Ursula, Angelika und 1967 ihr Sohn Mathias) war sie nur noch Hausfrau und für die Familie da, denn ihr Mann war bei Siemens tätig und beruflich viel unterwegs. "1985 führte uns der Weg nach Hüttendorf bei Erlangen", erzählt sie. Hier wohnten sie 30 Jahre, bevor sie nach dem Tod ihres Ehemanns, der infolge eines Unglücksfalls sein Leben ließ, nach Oesdorf zu ihrem Sohn Mathias zog.

Vier Kinder und sieben Urenkel

Stolz ist die Jubilarin vor allem auf ihre vier Kinder und sieben Enkel. Ihre Hobbys - Lesen, Häkeln und Stricken - übt sie, so gut es geht, noch aus. Aufgrund einer Sehschwäche fällt ihr das Lesen schwer, deshalb bekam sie zu ihrem Jubeltag die technische Ausstattung für Hörbücher geschenkt, worüber sie sich sehr freute.

Neben Verwandten, Freunden und der Nachbarschaft gratulierten zu ihrem Ehrentag unter anderem der Seniorenkreis aus Frauenaurach und der Heroldsbacher Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel (CSU) mit einem Herbststrauß sowie Geschenkkorb, der ebenfalls die Glückwünsche im Namen des Forchheimer Landrats überbrachte.