Heutzutage wollen wohl alle ein schnelles Handynetz. Und dafür braucht es Mobilfunkmasten. Die wollen aber nicht alle. Jedenfalls nicht ohne weiteres. Und das wird jetzt zum Streitpunkt.

Denn hier, zwischen den Stadtteilen Grattstadt und Ahlstadt sollte ein etwa 41 Meter hoher Mast aufgestellt werden, um die Mobilfunk-Infrastruktur von Grattstadt, Ahlstadt und Oettingshausen zu verbessern.

Gegen dieses Vorhaben regt sich jetzt massiver Widerstand. In der jüngsten Sitzung des Bad Rodacher Stadtrates übergab Stadtrat Matthias Thumser (ÖDP) an Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) einen von etwa 100 Personen unterschrieben Bürgerantrag, der darauf abzielt, dieses Vorhaben zu stoppen. Im Rodacher Stadtgebiet in oder nahe Grattstadt im Umkreis von fünf Kilometern solle kein 41 Meter hoher Mobilfunkmast oder Mobilfunkmast in ähnlicher Größenordnung errichtet werden, heißt es in dem Antrag.

Begründung der Mast-Gegner: Zum einen würde das Landschaftsbild gestört, eine Wertminderung von Immobilien und Grundstücken sei die Folge. Und im Antrag werden gesundheitliche Bedenken im Zusammenhang mit der 5G-Technologie angeführt.

Es gebe keine "Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Auswirkungen von Mobilfunk auf Mensch und Natur", heißt es da. Wissenschaftliche Studien wiesen darauf hin, "dass es durch elektromagnetische Strahlung zu Anormalitäten in der Blutzusammensetzung und im Hormonspiegel kommt und Gesundheitsschäden wie Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Herzbeschwerden und Fruchtbarkeitsstörungen bis hin zu Krebs und Erbschäden auftreten können, und zwar schon weit unterhalb der deutschen Grenzwerte."

Die Antragsteller fordern von der Stadt eine Informationsveranstaltung zum geplanten Mobilfunkausbau, zu dem sie einen Referenten benennen dürfen, der über die Risiken des Mobilfunkausbaus informiert. Zudem solle die Stadt prüfen, ob es nicht Standorte für zehn Meter hohe Masten gibt - offenbar wird angenommen, dass Masten dieser Höhe ausreichend sind.

Matthias Thumser, der Vertretungsberechtigte der Unterzeichner, sagte, dass man keinesfalls grundsätzlich gegen Mobilfunk sei, aber den geplanten Mast aus besagten Gründen nicht in der Nähe von Grattstadt haben will. Außerdem fühlten sich die Bürger seitens der Stadtverwaltung bei dem Projekt nicht "mitgenommen".

Dies alles wollte Bürgermeister Tobias Ehrlicher so nicht stehen lassen. "Natürlich werden wir die Bürger umfassend informieren und mit ihnen sprechen." Im Moment gebe es aber nichts zu berichten. Denn: Der geplante Standort steht nicht mehr zur Verfügung, die Betreiberfirma muss einen neuen finden. Die Bedenken, dass Immobilien durch einen Masten an Wert verlieren, teilt er jedenfalls nicht. "Es wird gerade in einer Zeit von Homeoffice und Homeschooling eher zu einer Wertsteigerung kommen."

Bezüglich möglicher Gesundheitsschäden vertraue er zudem voll und ganz den staatlichen Stellen. Wenn die Höchstwerte nicht überschritten werden, habe er auch mit der 5G-Technik kein Problem.